95
„Meiner Treu' nicht, Mr. Galbraith," versetzte Jarvie.„Ich hatt'etwas Anderes auf dem Rohre — ich dachte wohl, Ihrwürdet sagen, ich käme wegen des verfallenen Jahrzknses der klei-nen erblichen Verschreibung zwischen uns."
„Verdammt die jährlichen Zinsen!" rief der Laird recht vonHerzen. — „Nicht ein Wort von Geschäften zwischen uns, da Ihrso nah'an meinerHeimath seid. — Wie ein Reitkleid einen Manndoch verstellen kann — daß ich meinen alten treuen Freund, denVorsteher,' nicht wicdererkannte!"
„Stadtvoigt, wenn's Euch beliebt," entgegnete mein Ge-fährte. „Aber ich sehe, woher der Jrrthum kommt; die Verschrei-bung war bei meines seligen Vaters Lebzeiten gegeben, und der warVorsteher; aber er hieß Nicol, wie ich. So viel ich mich besinne,wurde zu meiner Zeit keine Zahlung gemacht, und daher entstandohne Zweifel das Mißverständniß."
„Hol' der Teufel das Mißverständniß und was es veranlaßtc!"versetzte Galbraith. — „Aber ich bin erfreut, daß Ihr Stadtvoigtseid. Füllt das Glas, Ihr Herren! — Auf's Wohl meines vor-trefflichen Freundes, des Stadtvoigts Nicol Jarvie!— Ich kannteihn und seinen Vater seit zwanzig Jahren. — Füllt noch eins! —Auf daß er bald Schultheiß werde — ach was, Schultheiß — Ober-Schultheiß, Nicol Jarvie! — Und »versagt, daß in Glasgow ir-gend Jemand durch die Straßen ginge, der besser dazu taugte, dersoll's wenigstens mich nicht hören lassen, Duncan Galbraith vonGarschattachin, — das ist Alles." Und mit diesen Worten setzteDuncan Galbraith den Hut auf, und drückte ihn trotzig, wie mitherausforderndem Wesen, auf die eine Seite des Kopfes.
Der Branntwein war vermuthlich bei den Hochländern die besteEmpfehlung der Gesundheiten, welche sie tranken, ohne nach ihremInhalte begierig zu scheinen. Sie singen an, mit Galbraith Gaelisch