89
verficht sie verlegen machte, und wir, wenigstens ich, suchten sogut wir konnten, unter dem Anscheine von Gleichgültigkeit dieheimliche Besorgniß zu verbergen, die wir über die Art des Empfan-ges vor unser« Vorgängern empfanden.
Endlich wandte sich der kleinere Hochländer zu mir, und sprachmit einem sehr stolzen Tone und in gutem Englisch: „Ihr thut, alswenn Ihr zu Hause wäret, Sir, wie ich sehe."
„Das pfleg' ich zu thun, wenn ich in ein öffentliches Wirths-haus komme," war meine Antwort.
„Und habt Ihr nicht an dem weiße» Stabe vor der Thüre ge-sehen, daß andere Leute schon für sich das Haus in Beschlag genom-men hatten f" fragte der lange Hochländer.
„Ich maße mir nicht an, die Sitten dieses Landes zu kennen,"erwiderte ich, „aber ich möchte wissen, wie drei Menschen berechtigtsein könnten, alle andern Reisenden von dem einzigen Orte des Ob-dachs und der Erfrischung auszuschließen, den es Meilen weit in derRunde gibt?"
„Es ist kein Grund dafür da, Ihr Herren," sagte der Stadt-voigt. „Wir wollen Niemand beleidigen, aber es ist weder einGesetz, noch ein Grund dafür. Doch wenn eineKannc guter Brannt-wein den Streit ausmachen könnte; wir sind friedliche Leute, undwollten gern" —
„Verdammt wär' Euer Branntwein, Sir!" rief der Nieder-länder, und setzte seinen großen Hut grimmig auf den Kopf. „Wirbegehren weder Eure Gesellschaft, noch Euern Branntwein." —Er stand von seinem Sitze auf. Seine Gefährten erhoben sichgleichfalls, murmelten gegen einander, zogen ihre Plaids herauf,und schnarchten und schnaubten, wie es ihrer Landsleute Sitte ist,wenn sie sich in Leidenschaft versetzen.
„Ich Hab' Euch gesagt, was kommen würde," sagte die Wir-thin, „aber Ihr wolltet nicht hören. Fort mit Euch aus meinem