88
achten, was um ihn her vorging. Es schien gleichfalls ein Fremderzu sein, denn er war völlig angezogen, und mit Schwert und Tart-sche gerüstet, den gewöhnlichen Waffen der Hochländer, wenn sieauf der Reise sind. Längs den Wänden befanden sich Gestelle vonverschiedener Größe, einige von zerbrochenen Bretern, andere vonbeschädigtem Weidengeflechte, welche den Hausgenossen, Männern,Weibern und Kindern, zu Schlafstätten dienten, und die nur durchdie düstern Rauchwolken, die sie von allen Seiten umgaben, ver-hüllt wurden.
Wir traten so still herein, und die Zecher waren so sehr in ihrGespräch vertieft, daß wir ihrer Aufmerksamkeit einige Minutenentgingen. Ich bemerkte jedoch, daß der Hochländer, welcher un-weit des Feuers lag, sich bei unserm Eintritte auf den Ellenbogenstützte, und mit seinem Plaid den untern Theil seines Gesichts ver-hüllend, uns einige Augenblicke ansah, worauf er sich wieder hin-legte, und weiter zu schlafen schien.
Wir näherten uns dem Feuer, welches uns, nach einem spä-ten Ritte in einer kalten Herbstnacht durch die Gebirge, einenfreundlichen Anblick gewährte, und erregten die Aufmerksamkeit deranwesenden Gäste zuerst dadurch, daß wir die Wirthin riefen. Sienäherte sich, blickte zweifelnd und furchtsam bald auf uns, baldaufdie Andern, und gab eine unbestimmte Antwort auf unser Ver-langen, eine Mahlzeit zu erhalten. Sie wisse nicht, sagtesie, obetwas im Hause sei — wenigstens etwas für unfern Geschmack.
Ich versicherte, daß wir mit Allem zufrieden sein würden, undnachdem ich mich nach Mitteln zur Bequemlichkeit umgesehen hatte,die nicht leicht zu finden waren, machte ich eine alte Hüynerstcigezu einem Sitze für Jarvie zurecht, und kehrte einen zerbrochenenZuber für mich selbst um. Andrew trat gleich nachher herein, undstellte sich schweigend hinter uns. Die Eingeborenen, wie ich sienennen kann, starrten uns fortwährend an, als wenn unsere Zu-