Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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Dann geh' und sag' Deiner Mutter, mein Bube, daß zweisächsische Herren mit ihr sprechen wollen."

Die Wirthin erschien sogleich, einen brennenden Kienspahn inder Hand, den die Hochländer oft statt eines Lichtes brauchen. Einesolche Fackel beleuchtete jetzt die wilden, ängstlichen Züge einer blei-chen, magern Frau, von ungewöhnlicher Größe, deren unreinli-cher, zerlumpter Anzug kaum eine anständige Bedeckung gewährte.Ihr schwarzes Haar, das in ungekämmten Locken unter ihrer Haubehervorhing, und der fremde, verlegene Blick, mit dem sie uns be-trachtete, gaben ihr das Ansehen einer Zauberin, die in der Mitteihrervcrbotenen Gebräuche gestört wurde. Sie weigerte sich bestimmt,uns in ihrem Hause aufzunchmen. Wir machten Vorstellungen,wir erwähnten unsere starke Tagereise, die Müdigkeit unsrer Pfer-de, und daß wir dann noch bis Callandcr reiten müßten, welchesnach Jarvie's Angabe noch sieben schottische Meilen entfernt war.Wie viele Meilen auf eine englische Meile gingen , Hab' ich nie be-stimmen können, aber ich glaube, man kann ziemlich noch einmalso viel annehmen. Die halsstarrige Wirthin behandelte unsereEinwendungen mit Verachtung.Besser weiter gegangen, alsschlimm gebettet," sprach sie, in der Aussprache des schottischenNiederlandes , da sie aus dem Bezirke Lennox war.Es sind Leuteim Hause, die sich nicht gern von Fremden wollen stören lassen.Werweiß, wer noch kommen kann, es können Rothröcke von derBesatzung sein." Diese letzten Worte sprach sie leiser und mit be-sonderem Nachdrucke:Die Nacht ist schön eine Nacht Schlafauf der Haide wird Euer Blut abkühlen, und Ihr könnt EurePferde dort anbinden, was Euch Niemand verwehren wird."

Aber gute Frau," sagte ich, während Jarvie.seufzte undunentschlossen stehen blieb,seit sechs Stunden haben wir keinenBissen gegessen. Ich bin halb verhungert, und habe keine Lust,meine Wohnung ohne Abendbrod in Euren Gebirgen unter freiem