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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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Ich weiß nicht, durch welche Zauberkraft dies einnehmende We-sen eine solche Herrschaft über mein Gcmüth erhielt, dasich selbstnicht immer beherrschen kann. Bei dem Eintritt in die Bibliothekwar ich entschlossen, eine vollständige Erklärung von Miß Vcrnonzu suchen. Sic hatte mir dieselbe mit unwilligem Trotz verweigert,und mir ins Gesicht gestanden, daß sie einem Nebenbuhler den Vor-zug gebe; denn wie konnte ich den cingestandcnen Vorzug des ge-heimnißvollen Vertrauten anders auslegen ? Und dennoch, als ichdas Zimmer verlassen, und für immer mit ihr brechen wollte, durftesie nur Blick und Ton ändern, und von ihrer wahren und stolzenEmpfindlichkeit zu freundlicher, scherzender Despotie übergehen,mit der sich wieder Wehmuth und Ernst verband, um mich, ihr ge-horsam, aus ihre eigenen harten Bedingungen zu meinem ^itzc zu-rückzuführen.

Was hilft das?" sagte ich, als ich mich setzte.Was kannes helfen, Miß Vernon? Warum soll ich Zeuge von Verlegenheitensein, die ich nicht erleichtern kann, und der Mitwisser von Geheim-nissen, die ich nicht einmal zu enthüllen versuchen darf? So uner-fahren Ihr in der Welt seid, kann es Euch doch nicht entgehen, daßeine junge, schöne Frau nur ein cn männlichen Freund haben kann.Selbst bei meinem Freunde würde ich eifersüchtig sein auf einenDritten, einen unbekannten und verheimlichten Vertrauten; aberbei Euch, MißVernon"

Ihr fühlt also Eifersucht in allen Graden und Launen dieserliebenswürdigen Leidenschaft? Aber, mein lieber Freund, Ihrhabt die ganze Zeit über nichts gesprochen, als armseliges Geschwätz,welches Dummköpfe so lange aus Theaterstücken und Romanennachsprcchcn, bis sie solchem Zeuge einen wirklichen und mächtigenEinfluß auf ihr Gemüth einräumcn. Knaben und Mädchenschwatzen sich in die Liebe hinein, und wenn diese schläfrig wird,