Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
225
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Bemerkt nichts, mein Herr," fiel sie mit einer Heftigkeitein,außer, daß ich weder verdächtigt, noch befragt sei» will. Eslebt Niemand, von dem ich mich verhören oder beurtheilen lassenwill, und wenn Ihr diese ungewöhnliche Aeit, Euch sehen zu lassen,gewählt habt, um meine Geheimnisse zu erspähen, so ist die Freund-schaft oder Thcilnahme, die Ihr für mich empfinden wollt, nureine armselige Entschuldigung Eurer unhöflichen Neugier."

Ich befreie Euch von meiner Gegenwart," erwiderte ich ebenso stolz, wiesle, denn meinem Charakter war es von jeher fremd,nachzugcben, selbst wo meine Gefühle am tiefsten ergriffen waren.Ich erwache aus einem lieblichen, aber täuschenden Traume, und doch wir verstehen uns nun."

Ich hatte die Thüre des Zimmers erreicht, als Diana, wie esoft geschah, von einer plötzlichen Regung durchdrungen, micheinholte, meinen Arm ergriff, und mich mit jenem Ausdruck vonHoheit, den sie so wunderbar annehmen konnte, und der, beiderUnbefangenheit und Einfachheit ihres Betragens, so unendlich an-ziehend war, zurückhielt.

Halt, Sir Frank!" sagte sie.So sollt Ihr mich nichtverlassen. Ich bin nicht so reich an Freunden, daß ich selbst dieundankbaren und selbstsüchtigen von mir.stoßen könnte. Merkt,was ich sage: Ihr sollt nichts von diesem gehcimnißvollen Hand-schuh erfahren"und sie hielt ihn bei diesen Worten empornichts, nein, nicht ein Jota mehr, als Ihr bereits wißt, unddennoch soll er nicht zu einem Fehdehandschuh zwischen uns werden.Mein hiesiger Aufenthalt," fuhr sie fort, indem sie in einen sanfte-ren Kon verfiel,muß nothwcndig sehr kurz sein, der Eitrige nochkürzer. Wir werden uns bald trennen, und uns nie Wiedersehen.Laßt uns nicht streiten, oder eine geheimnißvolle Läpperei zum Vor-wand nehmen, die wenigen Stunden zu verbittern, die wir diesseitsder Ewigkeit noch beisammen sein werden,"

Liobin der Rothe. I.

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