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Streite gelebt hatten, verschwanden, als sich eine Gelegenheit fand,diese zu befriedigen. Ich ging in das Haus zurück, und die besuch-teren Gemächer vermeidend, wie ein Mensch, der seine Absicht zuverheimlichen wünscht, erreichte ich die Thüre der Bibliothek. Ichzögerte einen Augenblick, als meine Hand die Klinke berührte —hörte leise Fußtritte darin — öffnete die Thüre, und fand — MißBernon allein.
Sie schien überrascht — ob über meinen plötzlichen Eintritt,oder über sonst etwas, konnte ich nicht entdecken; allein sic zeigteeinen Grad von Unruhe, den ich noch nie an ihr bemerkt hatte, undder, wie ich wußte, nur durch eine ungewöhnliche Gemüthsbewe-gung erregt sein konnte. Rach einem Augenblicke war sic jedoch ru-hig; und so mächtig ist das Gewissen, daß ich, der sie überraschenwollte, selbst überrascht schien, und gewiß der Verlegenste war.
„Ist etwas vorgefallen?" fragte Miß Vcrnon. „JstJemandim Schlosse angekommen?"
„Niemand, daß ich wüßte," antwortete ich mit einiger Ver-wirrung; „ich suchte nur den Orlando."
„Da liegt er," sagte Diana, und zeigte auf den Tisch.
Indem ich einige Bücher weglegte, um das zu finden, welchesich vorgeblich suchte, überlegte ich in der That, wie ich mich aufgute Art von einer Nachforschung zurückziehen könnte, der ich mei-nen Muth nicht gewachsen fand, da sah ich einen Mannshandschuhauf dem Tische liegen. Meine Blicke begegneten denen der Miß Ver-non, und sie erröthetc tief.
„Es ist eine meines Reliquien," sprach sie, mit unsichererStimme, nicht meine Worte, sondern meine Blicke beantwortend;„es ist einer von den Handschuhen meines Großvaters, das Urbilddes vortrefflichen Vandyk, den Ihr bewundert."
Als ob sie glaubte, daß mehr als bloße Worte nöthig wären,um ihre Behauptung zur Wahrheit zu machen, öffnete sie einen Ka-