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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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blick abzuwartcn, wenn die Fenster der Bibliothek erleuchtet seinwürden.

Meine Ungeduld war indcß so groß, daß ich ein Zeichen, wel-ches nicht vor Anbruch der Dunkelheit erscheinen konnte, an einemJuliusabend eine Stunde vor dem Eintritt der Dämmerung beob-achtete. Es war Sonntag und alle Gänge waren still und einsam.Ich schritt einige Zeit auf und nieder, genoß die erfrischende Kühledes Sommcrabends, und überdachte die wahrscheiitlichcn Fol-gen meines Unternehmens. Die frische balsamische Luft, mitWohlgeruch erfüllt, brachte ihre gewöhnliche beruhigende Wirkungauf mein heiß und fieberhaft wallendes Blut hervor, und als derAufruhr in meinem Innern sich in etwas zu legen ansing, kam ichauf den Gedanken, was ich für ein Recht hätte, in die Geheimnisseder Miß Bernon oder meines Oheims cinzudringen ? Was ging esmich an, wen mein Oheim in seinem Hause verbergen wollte, indem ich selbst nur als Gast geduldet wurde? Und welches Rechthatte ich, Diana's Angelegenheiten nachzuforschcn, welche, wiesie selbst gestand, mit einem Gehcimniß umhüllt waren, das sienicht erforscht wissen wollte?

Leidenschaft und Eigensinn hatten ihre Antworten auf dieseFrage bereit. Wenn ich diesen geheimen Gast entdeckte, erzeigteich aller Wahrscheinlichkeit nach meinem Oheim einen Dienst, da ervermuthlich nichts von den Ränken wußte, die in seiner Familiegeschmiedet wurden, und einen noch wichtigeren Dienst konnte ichDiana Bernon leisten, welche sich, bei der arglosen Einfalt ihresCharakters, durch den geheimen Umgang mit einem Manne vonvielleicht zweideutiger oder gefährlicher Denkart, so vielen Gefah-ren aussetzen konnte. Wenn ich mich in ihr Vertrauen einzudrän-gen schien, so geschah es mit der edelmüthigcn und uneigennützigen ja, ich wagte sogar zu sagen, der uneigennützigen Ab-sicht, sie zu leiten, zu vcrlhcidigen, zu beschützen gegen List, ge-