Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
210
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Es ist nicht werth, daß Ihr es leset ein Stück von einerUebcrfttzung. Meine theure Miß, es würde lin zu strenger Aus-spruch erfolgen, wenn Ihr, die Ihr mit dem Original so wohlbe-kannt seid, zu Gericht säßet."

Mein ehrlicher Freund," erwiderte Diana,wenn Ihr gu-ten Rath von mir annehmcn wollt, so ködert Eure Angel nicht mitzuviel Bescheidenheit; denn Zehn gegen Eins, Jhrfangt nichteineeinzige Schmeichelei damit. Ihr wißt, ich gehöre zu dem unbe-liebten Geschlechts der Wahrheitssager, und Apollo selbst würdevon mir keine Schmeichelei über seine Leier erhalten."

Nach diesen Worten las sie die erste Stanze, ungefähr folgen-den Inhalts:

Bon Damen, Rittern, Krieg, und LikbcsflammcVon raps'rcr That, von Huld, inci» Lied Euch singt;

Als Agrainaut, mit seinem Mobreusramme,

Der jugendliche Held, bcrüberdringl

Aus Afrika; voll Rach'und Zorn. Erbringt,

Den Franken Verwüstung so, wie Krieg.

Das Uebcl aus Trojauo's Tod entstieg,

Den er zu rächen kam, der fern gebot,

Und der jeßt Karl, den, Kaiser, droht.

Vom Roland ohne Furcht, mciu Lied auch tönet,

Dcß Gleichen man in Verse» nie genannt,

Wie er, der Held, den bobc Weisheit krönet,

In Raserei verfiel, uuhcil'gcr Lieb' entbrannt.

Da ist viel davon," sagte sie, indem sie das Blatt überblickteund die süßesten Töne unterbrach, welche sterbliche Ohren berührenkönnen den Klang der Verse eines jungen Dichters, von gelieb-ten Lippen ausgesprochen.

Weit mehr, als Eurer Aufmerksamkeit werth sein dürste,Miß," sagte ich etwas empfindlich, und nahm die Verse aus ihrer