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2 (1851) Robin der Rothe
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oder wenigstens Ehrfurcht, als mit Zuneigung. Er verdammteoffenbar ihre Gelage, die etwas beschränkt wurden, wenn sich derPriester im Schlosse aufhielt. Selbst Sir Hildedrand legte seinemBetragen einen Zwang auf, der ihm des Paters Gegenwart viel-leicht eher lästig als erfreulich machte. Er besaß jenes wohlerzogene,einnehmende und einschmeichelnde Benehmen, das den Priesternseines Glaubens, besonders in England, eigen ist, wo der katho-lische Laie, gehemmt durch Strafgesetze, durch Beschränkung sei-nes Glaubens und die Ermahnungen seines Seelsorgers, im Um-gänge mit Protestanten oft ein zurückhaltendes und beinahe furcht-sames Wesen zeigt, während der Priester, durch seinen Stand be-vorrechtet, mit Leuten jedes Standes umzugehen, offen, munterund freisinnig im Verkehr mit ihnen ist und sich beliebt zu machensucht, was ihm auch gewöhnlich glücklich gelingt.

Vater Vaughan war ein vertrauter Bekannter von Rashleigh,sonst würde er sich schwerlich im Schlosse erhallen haben. Aus die-sem Grunde fand ich kein Verlangen, seine Freundschaft zu suchen,und da er eben so wenig nach der meinigen zu streben schien, be-schränkte sich unser gelegentlicher Verkehr nur auf gegenseitige Höf-lichkeiten. Ich hielt es für höchstwahrscheinlich, daß der Pater beiseinem Aufenthalte im Schlosse Rashleigh's Zimmer bewohnte;und nach seinem Stande ließ sich vermuthen, daß er auch wohl dieBibliothek besuchte. Nichts war daher wahrscheinlicher, als daßsein Schatten am vorhergehenden Abende meine Aufmerksamkeiterregt hatte. Ich erinnerte mich dabei unwillkührlich, daß Diana'sUmgang mit dem Priester ebenfalls etwas von dem Geheimnißvollcnhatte, was in ihrer Verbindung mit Rashleigh lag. Nie hatte siemir Vaughans Namen genannt, oder nur aus ihn hingedeutet,außer bei unserm ersten Zusammentreffen, wo sie den alten Priesterund Rashleigh als die einzigen umgänglichen Wesen im Schlosse,außer ihr selbst, bezeichncte. Ungeachtet dieses Schweigens verur-