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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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obgleich er schwerlich sechs Pence zu einer Pinte Bier für ihn ausgc-geben haben würde. Die Freundschaft eines Engländers würde sichgrade auf eine entgegengesetzte Weise zeigen, dachte ich, indem ichauf den weichen, kurzvcrschnittenen Rasengängen, die mit hohenHecken von Taxus und Stechpalmen eingefaßt waren, in dem altenSchloßgarten auf und abging. Ich richtete meine Augen auf dieFenster der Bibliothek, die sich, klein, aber zahlreich, längsdes zweiten Stockwerkes der mir jetzt gegenüberliegenden Seite desHauses hinzogen. Sie waren erleuchtet. Das überraschte michnicht, denn i.ch wußte, daß Diana oft des Abends darin verweilte,obgleich ich es mir aus Zartgefühl untersagt hatte, sie zu einer Zeitdort aufzusuchen, während welcher ich wußte, daß die übrigen Mit-glieder der Familie beisammensaßen, so daß unsere Zusammenkunftganz ungestört gewesen sein würde. In den Morgenstunden lasenwir gewöhnlich in diesem Zimmer zusammen; doch es traf sich dannoft, daß einer oder der andere unserer Vettern hereinkam, um einPergamentbändchen zu suchen, das trotz seiner Vergoldungen undMalereien zu einem Angelkästchen benutzt werden konnte, oder unsvon einem kühnen Jagdstücke zu erzählen, oder auch blos aus Man-gel an einem anderen Zeitvertreibe. Kurz, des Morgens war dieBibliothek eine Art von gemeinschaftlichem Ort, an dem Jeder denAndern treffen konnte. In den Abendstunden aber war es anders,und in einem Lande erzogen, wo man, wenigstens damals, sehrauf den Anstand hielt, dachte ich für Diana Vernon an die Regelnder Schicklichkeit, die sie wegen ihres Mangels an Erfahrung ver-gaß. Ich machte ihr daher, so zart ich es vermochte, begreiflich,daß, so oft wir des Abends lesen wollten, die Gegenwart eines Drit-ten schicklich sei.

Anfangs lachte Diana, dann erröthete sie, und wollte unwil-lig werden; plötzlich aber faßte sie sich und antwortete:Ich glaube,Ihr habt Recht, und wenn ich Lust habe, eine recht fleißige Schü-

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