war,—daß ich über dieUnmäßigkcit dcrFamilie, deren Gast ich war,so wie über die Widersprüche und Empfindlichkeit meines Oheims,wenn ich mich von der Flasche entfernen wollte, geklagt hätte.Dies letztere war in der That ein Umstand, der meinen Vater, wel-cher selbst ein Mann von strenger Mäßigkeit war, leicht hätte be-unruhigen können, und die Berührung dieser Saite würde gewißdie Lhüren meines Gefängnisses geöffnet haben und das Mittel ge-wesen sein, entweder meine Vcrbannungszeit zu verkürzen oder denOrt meines ländlichen Aufenthaltes wenigstens zu verlegen.
Ich sage, mein lieber Tresham, daß bei der Unannehmlichkeit,die ein verlängerter Aufenthalt im Schlosse für einen Mann vonmeinem Alter und meinen Neigungen haben mußte, es sehr natür-lich gewesen sein würde, wenn ich meinem Vater alle diese Nach-rheile geschildert hätte, um seine Erlaubniß zu erhalten, meinesOheims Haus zu verlassen. Nichts ist aber gewisser, als daß meineBriefe nicht ein einziges Wort in dieser Absicht enthielten. WäreOsbaldistone-Hall Athen im vormaligen Glanze seiner Bildung,wäre cs von Weisen, Helden und Dichtern bewohnt gewesen, ichhätte nicht weniger Neigung aussprechen können, es zu verlassen.
Mein Schweigen über einen so nahe liegenden Gegenstand istnicht schwer zu erklären. Diana's ausgezeichnete Schönheit, derensie sich selbst so wenig bewußt schien, ihre romantische und geheim-nißvolle Lage; die Leiden, welchen sie ausgesetzt war; derMuth,mit dem sie denselben entgegen zu blicken schien; ihr, mehr als fürihr Geschlecht sich ziemte, freies Betragen, das aber, wie es mirschien, dennoch nur durch das Bewußtsein ihrer Unschuld so freiwar — vor Allem aber die sichtbare und schmeichelhafte Auszeich-nung, die sie mir vor jedem Andern gewährte, mußten meine edel-sten Gefühle ansprechcn, meine Neugier erregen, meine Einbil-dungskraft beschäftigen und meine Eitelkeit befriedigen. Ich wagtees in der Lhat nicht, mir selbst zu gestehen, welche lebhafte Theil-