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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
181
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guten Eigenschaften zu geben, konnten ihm leicht einen hohen Gradvon Zutrauen erwerben, und es war nicht zu erwarten, daß Red-lichkeit oder Dankbarkeit ihn abhalten werde, dasselbe zu mißbrau-chen. Die Aufgabe war etwas schwierig, besonders in meinen Ver-hältnissen, da man die Warnung, die ich gab, einer Eifersuchtgegen meinen Nebenbuhler, oder vielmehr meinen Nachfolger inmeines Vaters Gunst, beilegen konnte. Dennoch hielt ich es fürdurchaus nothwendig, einen solchen Brief zu schreiben, es Owen,der selbst behutsam, verständig und bedächtig war, anheimstellend,wie er die Kenntniß von Rashleigh's wahren Gesinnungen benutzenwollte. Der Brief wurde also geschrieben und mit der ersten Gele-genheit auf die Post geschickt.

Als ich mit Rashleigh zusammentras, schien er eben so wie ich,sich entfernt halten und jeden Anlaß zu Reibungen vermeiden zuwollen. Er argwöhnte wahrscheinlich, daß Diana's Mitthcilun-gen ihm nachtheilig gewesen waren, obgleich er nicht wissen konnte,daß sie dieselben bis zu der Entdeckung seines beabsichtigten Verge-hens gegen sie ausgedehnt hatte. Unser Verkehr war daher vonbeiden Seiten zurückhaltend und betraf nur unbedeutende Gegen-stände. Sein Aufenthalt im Schlosse dauerte nur noch wenigeTage, während welcher Zeit ich an ihm zweierlei bemerkte. Er-stens die Leichtigkeit und Klarheit, mit denen sein kräftiger und re-ger Geist die zu seinem neuen Berufe nöthigen Grundkennrnisse auf-faßte und verarbeitete, so daß er gelegentlich mit seinen Fortschrit-ten groß that, als wenn er mir hätte zeigen wollen, wie leicht esihm sei, eine Last zu heben, die ich aus Ermüdung und Unfähig-keit, sie zu tragen, von mir geworfen hatte. Der zweite bcmer-kenswerthc Umstand war, daß Diana mit Rashleigh, ungeachtetder Beleidigungen, die sie ihm Schuld gab, mehrere ziemlich langegeheime Unterredungen hatte, obgleich sich Beide öffentlich nichtherzlicher wie gewöhnlich gegen einander zeigten.