Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
180
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Und NUN, da die Stelle des Dante erklärt ist, bitte ich Euch, gehtund seht, was aus de» Dachsjägcrn geworden ist. Mein Kopf thutmir so weh, daß ich nicht bei der Jagd sein kann."

Ich verließ die Bibliothek, doch nicht, um den Jägern zufolgen. Ich fühlte, daß mir ein einsamer Gang nöthig war, ummich zu sammeln, ehe ich es wagen durfte, Rashleigh, dessen be-rechnete Schlechtigkeit mir so ergreifend geschildert worden war,wieder zu sehen. In Dübourg's Familie, (da er Protestant war)hatte ich manche Geschichte von katholischen Priestern gehört, die,auf Kosten der Freundschaft, der Gastfreiheit und der heiligstenBande des geselligen Lebens, jene Leidenschaften befriedigten, de-ren erlaubten Genuß die Gesetze ihres Glaubens ihnen versagten.Aber der berechnete Plan, die Erziehung einer verlassenen Waisevon guter Herkunft, und einer so nahen Verwandten, in der treulo-sen Absicht zu übernehmen, sie endlich zu verführen, wie das er-wählte Opfer mir mit aller Wärme eines tugendhaften Unwillenserzählt hatte, das schien mir gottloser, als die schlimmste der Ge-schichten, die ich in Bordeaux hörte; und ich fühlte, wie schwer esmir sein würde, Rashleigh zu sehen, und dennoch, dennoch den Ab-scheu zu verbergen, den er mir einflößke. Das war indeß durchausnothwendig, nicht allein wegen des geheimnißvollen Befehls, denDiana mir gegeben hatte, sondern auch, weil ich in der Lhat schein-bar keinen Grund zum Streit mit ihm hatte.

Ich beschloß daher, so viel wie möglich Rashleigh's Verstel-lung mit gleicher Vorsicht zu begegnen, so lange wir in einer undderselben Familie lebten, und bei seiner Abreise nach London wollteich wenigstens Owen einen Wink über seinen Charakter ertheilenund ihm Wachsamkeit für meines Vaters Vortheil empfehlen. Hab-sucht und Ehrgeiz, glaubte ich, müsse für ein Gemüth, wie Rash-leigh besaß, größeren Reiz, als sinnliche Freude haben; die Kraftseiner Eigenthümlichkeit, und seine Gabe, sich den Anschein aller