nur die Bärenbraut genannt wurde. Aber abgesehen von alle deinsagte Rashleigh auch noch etwas von sich selbst in Beziehung aufmich. — Nichcwahr?"
„Er deutete allerdings daraufhin, wenn er sich nicht scheute,seinen Bruder zu verdrängen, so würde er jetzt, in Folge seiner ver-änderten Bestimmung, gern den leeren Raum in der Erlaubniß-schristmit dem Namen Rashleigh, stattThorncliff, aussüllen lassen."
„So? wirklich?" erwiderte sie; „war er so herablassend? —Au viel Ehre für seine dcmüthige Magd, Diana Vcrnon. Und siewürde vermuthlich vor Freude entzückt sein, wenn eine solche Ver-änderung Statt finden könnte?"
„Die Wahrheit zu gestehen, deutete er etwas dergleichen an,und gab ferner zu verstehen " —
„Was? — laßt mich hören!" rief sie hastig.
,Er habe den vertraulichen Umgang abgebrochen, um dasWachsen einer Neigung zu verhindern, die er bei seiner Bestimmungzum geistlichen Stande nicht hatte benutzen können."
„Ich bin ihm für seine Rücksicht sehr verbunden," erwiderteMiß Bernon, und aus jedem Zuge ihres schönen Gesichts sprachenHohn und Verachtung. Sie schwieg einen Augenblick, und sagtedann mit ihrer gewöhnlichen Ruhe: „Ich habe von Euch nur weniggehört, was ich nicht zu hören erwartete; denn einen einzigen Um-stand ausgenommen, ist Alles sehr wahr. Wie man aber so scharfeGifte hat, daß wenige Tropfen davon hinreichen sollen, eine ganzeQuelle zu vergiften, so enthielt auch Rashleigh's Mitlheilung eineLüge, welche die Wahrheit selbst verunstalten könnte. Das ist dieabscheuliche Unwahrheit, daß mich irgend ein Umstand in der Weltzu bewegen vermöge, mein Loos mit Rashleigh zu theilen, da ichihn nur zu gut kenne. Nein," fuhr sie mir einer Art von Schau-der fort, der ein unwillkührliches Entsetze» ausdrückte; „lieberjedes andere Loos, als das — der Trunkenbold, der Spieler, der