einem Manne zu gewähre» schien, in welchem er vielleicht einengefährlichen Nebenbuhler zu bekommen fürchtete.
Rashleigh trat endlich herein, sein Gesicht finster, wie einTrauergewand, brütend, wie ich nicht zweifeln konnte, über derunverantwortlichen und schimpflichen Beleidigung, die ich ihm zuge-fügt hatte. Ich war bereits mit mir einig, wie ich mich bei dieserGelegenheit benehmen mußte, und hatte mich glauben gelehrt,daß wahre Ehre darin bestehe, eine Kränkung die mit der em-pfangenen Beleidigung in gar keinem Verhältnisse stand, zu ent-schuldigen, aber nicht zu verthcidigen.
Ich eilte daher Rashleigh entgegen, und äußerte mein höchstesBedauern über die Heftigkeit, mit der ich am vorigen Abend gehan-delt hatte. „Nichts," sagte ich, „würde mir ein einziges Wort derEntschuldigung abgenöthigt haben^ als nur mein eigenes Bewußt-sein von der Unschicklichkeit meines Betragens. Ich hoffte, meinVetter würde meine aufrichtige Reue annehmen, und bedenken, wiesehr das Uebcrmaß der Gastfreundlichkeit seines Hauses an meinerAufführung Schuld sei."
„Er soll Freund mit Dir sein, Junge!" rief der wackere Ritterin der vollen Aufwallung seines Herzens, „oder straff mich — ichnenn' ihn nicht mehr Sohn! Warum stehst Du denn da, Rashleigh,wie ein Stock? Es thut mir leid, ist Alles, was ein Ehren-mann sagen kann, wenn er etwas Unrechtes gethan hat, besondersbeim Wein.— Ich war auch Soldat und verstehe, denke ich, et-was von Ehrensachen. Laßt mich nichts mehr davon hören, undwir wollen mit einander gehen und den Dachs im Birkenwaldeaufstören."
Rashleigh's Gesicht glich, wie ich schon erwähnte, keinem an-dern Gesichte, das ich je gesehen habe, allein diese Eigenthümlich-kcit lag nicht blos in den Zügen, sondern auch in ihrem wechselndenAusdrucke. Wenn in andern Gesichtern Kummer in Freude, oder