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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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Wüthcnd über eine wirkliche oder eingebildete beleidigendeAeußerung, schlug ich Rashleigh mit der Faust. Kein Stoiker,über eigene und fremde Leidenschaften erhaben, hätte eine Beleidi-gung mit einem Hähern Grade von Verachtung hinnehmen können.Was er anscheinend nicht der Mühe werth achtete, zu ahnden, em-pfand Thorncliff für ihn. Degen wurden gezogen, und wir wech-selten einige Hiebe, bis uns die übrigen Brüder mit Gewalt trenn-ten, und ich werde nie das teuflische Hohnlächeln vergessen, dasRashlcigh's widrige Züge entstellte, als ich durch die vereinte Kraftvon zwei dieser jungen Riesen aus dem Zimmer gebracht ward.Sie verschlossen die Thüre meiner Stube, und zu meiner unaus-sprechlichen Wuth hörte ich sie laut lachen, als sie die Treppe hin-abgingcn. Ich versuchte in meiner Raserei durchzubrechen; alleindie Fcnstergitter und die mit Eisen beschlagene Thüre widerstandenmeinen Anstrengungen. Endlich warf ich mich auf das Bett undentschlief unter Gelübden, mich am folgenden Tage grausam zurächen.

Allein mit dem Morgen kam kältere Reue. Ich fühlte aufdas Schmerzlichste das Gewaltsame und Abgeschmackte meines Be-tragens, und mußte bekennen, daß Wein und Leidenschaft mich selbstunter Wilfred Osbaldistone herabgewürdigt hatten, den ich so ge-ring achtete. Meine unangenehmen Betrachtungen milderten sichkeineswegs, als ich die Nothwendigkeit einer Entschuldigung mei-nes Betragens erwog und daran dachte, daß Diana Zeugin meinerDemüthigung sein müßte. Mein unschickliches und unfreundlichesBenehmen gegen sie selbst vermehrte die Bitterkeit meiner Erwä-gungen nicht wenig, und dafür konnte ich nicht einmal die elendeEntschuldigung eines Rausches anführcn.

Unter diesen drückenden Gefühlen von Scham und Erniedri-gung ging ich zum Frühstück hinab, wie ein Verbrecher, der seinUrthcil erwartet. Zufällig hatte ein heftiger Frost es unmöglich