Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

145

zu unterbrechen. Als wir uns entfernen wollten, trat das ver-haltene Feuer hervor.

Mr. Osbaldistone," sagte sie zu mir,Eure eigene Beob-achtung wird Euch in den Stand setzen, zu beurtheilen, ob das,was Rashleigh über Campbell und Morris geäußert hat, richtigoder falsch ist. Wenn er aber Schottland lästert, so hat er falschesZcugniß gegen ein ganzes Land abgelegt, und ich bitte Euch, aufseine Aussagen keinen Werth zu legen."

Ich kann es vielleicht etwas schwer finden, Eurer Aufforde-rung zu gehorchen, Miß; denn ich muß bekennen, mir keiner sehrgünstigen Vorstellung von unfern nördlichen Nachbarn erzogenworden zu sein."

Mißtraut diesem Thcile Eurer Erziehung," erwiderte sie,und laßt die Tochter einer Schottin Euch bitten, das Vaterlandihrer Mutter zu achten, bis eigene Beobachtung Euch gezeigt hat,daß cs Eure gute Meinung nicht verdient. Sparet Euren Haß undEure Verachtung der Verstellung, Falschheit und Bosheit auf, woIhr sie findet. Ihr werdet genug davon antreffen, ohne Englandzu verlassen. Lebt wohl, Ihr Herren, ich wünsche Euch einenvergnügten Abend."

Und sie deutete auf die Thüre, mit dem Wesen einer Fürstin,die ihr Gefolge entläßt.

Wir gingen nach Rashleigh's Zimmer, wohin ein Diener unsKaffee und Karten brachte. Ich hatte beschlossen, wegen der Vor-fälle dieses Tages nicht weiter in Rashleigh zu dringen. Ein Ge-heimniß, und wie ich glaubte, von keiner vortheilhaften Art, schiensein Betragen zu umhüllen; doch um zu erfahren, ob mein Arg-wohn gegründet sei, war cs nöthig, ihn sicher zu machen. Wirgaben die Karten, und waren bald eifrig mit unserem Spiele be-schäftigt. Selbst in diesem geringen Zeitvertreibe denn der vonRashleigh vorgeschlagene Satz war nur eine Kleinigkeit glaubte

Robin der Rothe. 1. 10