ich Züge eines heftigen, ehrgeizigen Charakters zu erkennen. Erschien das angenehme Spiel sehr gut zu verstehen, aber wie ausGrundsatz zog er kühne und gewaltige Schläge den gewöhnlichenRegeln des Spieles vor, und die geringeren und besser erwogenenZufälle vernachlässigend, wagte er Alles, um einen Sechziger undNeunziger zu erhalten, oder seinen Gegner Matsch zu machen. So-bald indeß die Abwechselung einiger Spiele, wie die Musik zwischenden Aufzügen eines Drama's, unser voriges Gespräch ganz unter-brochen hatte, schien Rashleigh des Zeitvertreibes müde zu sein,und die Karten wurden weggelegt, um ein Gespräch anzuknüpfcn,in welchem er das Wort führte.
Mehr gelehrt, als eigentlich weise, — besser bekannt mit demmenschlichen Gcmüthe, als mit den sittlichen Grundsätzen, durchdie es geregelt werden sollte, besaß er dennoch eine Gabe der Unter-haltung, die ich selten erreicht, nie übertroffen sah. Sein Betra-gen verrieth, daß er dies wußte; wenigstens schien cs mir, als ober sich viel Mühe gegeben hätte, die natürlichen Vortheile einerwohltönenden Stimme, eines fließenden, glücklichen Ausdruckesund einer feurigen Einbildungskraft zu erhöhen. Er war nie laut,nie anmaßend, nie so sehr mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt,daß er die Geduld oder die Faffungsgabe der mit ihm Sprechendenermüdete. Seine Gedanken folgten aufeinander, wie sanfte, aberununterbrochene Ergüsse einer milden, reichlichen Quelle, wäh-rend die Worte Anderer, die nach Auszeichnung in der Unterhaltungstreben, wie der Strom aus der Schleuse eines Mühlenteiches her-vorstürzen, so rauschend und so bald erschöpft. Erst spät in derNacht konnte ich mich von einem so bezaubernden Gesellschafter tren-nen, und als ich auf mein Zimmer kam, kostete es mich Mühe, michwieder an die Schilderung zu erinnern, die mir früher von Rash-leigh's Charakter gemacht worden war.