„Ihr, ein Osbaldistone, und gesteht das ein!" rief sie aus.,Percival, Thorncliff, John, Dickon — selbst Wilfrcd könnteEuer Lehrer sein. — Sogar die Unwissenheit würde Euch be-schämen."
„Mit Beschämung gesteh' ich, meine thcure Miß Berno»,daß die Geheimnisse, welche unter den grimmigen Hieroglyphen derWappenkunde verborgen liegen, für mich so unverständlich sind,wie die Egyptischen Pyramiden."
„Wie! ist's möglich? — Selbst mein Oheim liest zuweilen anWinterabenden im Wappenbuche. Die Figuren der Heraldik nichtzu kennen! Woran hat Euer Vater gedacht?"
„An die Figuren der Arithmetik," antwortete ich, „deren un-bedeutendste Verbindung er höher achtet, als den ganzen Wappen-schmuck des Ritterthumes. Aber so unaussprechlich unwissend ichin diesem Falle bin, habe ich doch Kenntniß und Geschmack genug,um dies herrliche Bild zu bewundern, in dem ich Familienähnlich-keit mit Euch zu erkennen glaube. Welche Ruhe und Würde in derHaltung — welcher Reichthum der Farben, welche Tiefe desSchattens!"
„ Ist cs wirklich ein schönes Bild?" fragte sie.
„Ich habe viele Gemälde dieses berühmten Künstlers gesehen,"erwiderte ich, „aber keines hat mir so gefallen."
„Wohl; ich verstehe so wenig von Gemälden, als'Jhrvon derHeraldik;" antwortete Diana; „dennoch habe ich den Vorzug vorEuch, daß ich das Bilb schon immer bewundert habe, ohne seinenWerth zu kennen."
„Obwohl ich mich nicht um die Trommeln und Pfeifen und alledie wunderlichen Gebilde der Rittcrwürde bekümmerte, weiß ichdoch, daß sie im Felde des Ruhmes glänzten. Aber Ihr werdetzugcben, daß ihr äußeres Ansehen für den unkundigen Beschauernicht so anziehend ist, als ein schönes Gemälde.— Wer ist dies?"