Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
115
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Morris, der, wie ich höre, zur Armee Sr. Majestät gehört odergehört hat, konnte nach Belieben Widerstand leisten, da er zumal,wie ich höre, bedeutende anvertraute Summen bei sich hatte; aberich, der ich nur mein eigenes geringes Habe zu vertheidigen hatte,und der ich überdies ein Mann von friedlicher Beschäftigung bin,ich mochte mich bei der Sache keiner Gefahr aussetzen."

Ich sah Mr. Campbell an, als er diese Worte sprach, und er-innerte mich nicht, je einen auffallenderen Contrast gesehen zu ha-ben, als der zwischen der kräftigen Kühnheit in den harten Zügendieses Menschen und dem Wesen der Milde und Friedlichkeit inseiner Sprache war. In seinen Mundwinkeln lagerte sogar einZug ironischen Lächelns, welches, so unwillkührlich es auch seinmochte, eine Verachtung des stillen und friedlichen Charakters an-zudeuken schien, den er annehmen zu müssen glaubte, und mich zudem Argwohn brachte, daß er bei der, Morris zugesügten Gcwalt-that ganz anders betheiligt gewesen sein möchte, wie als Leidensge-noffe oder bloßer Zuschauer.

Vielleicht fuhr auch dem Friedensrichter in diesem Augenblickeein ähnlicher Argwohn durch den Kopf, denn errief ganz verwun-dert aus:Beim Himmel, das ist eine merkwürdige Geschichte!"

Der Nordbrite schien zu verrathen, was in seinem Sinnevorging; denn indem er Ton und Wesen änderte, verbannte er ausseinen Zügen einen Theil der erheuchelten Demuth, durch die ereinen solchen Verdacht erweckt hatte, und sagte, mit offenerem undungezwungenerem Wesen:Die Wahrheit zu sagen, gehöre ichzu den vorsichtigen Leuten, die nicht kämpfen mögen, sie wüßtendenn, wofür; und das war zufällig bei mir nicht der Fall, als ichmit diesen Schurken zusammentraf. Damit Euer Gnaden sich aberüberzeugen, daß ich ein Mensch von gutem Ruf und Charakter bin,bitte ich Euch, einen Blick auf dieses Papier zu werfen."

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