Und fluchend an der Dieb sic halt,
Schreit: „Hunde, Lebe» oder Geld!"
Mit seiner fnddle do fa luddlo.
Es ist die Frage, ob der Ehrenmann, dessen Mißgeschick indiesem pathetischen Klagegesange erzählt wird, über die Erscheinungdes kühnen Diebes mehr erschrak, als der Sänger über die meinige;denn müde, auf Jemand zu warten, der mich melden konnte, undda mir meine Lage als Horcher etwas bedenklich vorkam, trat ich zuder Gesellschaft ein, als eben mein Freund, Mr. Morris, denn dasschien sein Name zu sein, die fünfte Strophe seiner Lraucrballadebegann. Der hohe Lon, mit dem die Melodie anfing, erstarb ineinem Beben der Verwirrung, als er sich so nahe einem Menschenerblickte, dessen Character seiner Meinung nach kaum weniger ver-dächtig war, als der des Helden seines Gedichtes; und er schwiegmit weit aufgerisscnem Munde, als hätte er das Gorgonenhaupt inmeiner Hand erblickt.
Der Richter, dessen Augen sich bei der schlaferweckenden Me-lodie des Liedes geschloffen hatten, fuhr in seinem Stuhle in dieHöhe, als er plötzlich verstummte, und starrte verwundert aufdieunerwartete Vermehrung, welche die Gesellschaft erhalten hatte,während seine Gesichtsorgane herrenlos waren. Der Schreiber,denn dafür nahm ich ihn nach seinem Aeußcrn, war ebenfalls erregt;denn da er Mr. Morris gerade gegenübersaß, theilte sich ihm diesesEhrenmannes Schrecken mit, obgleich er nicht wußte, weshalb.
Ich unterbrach das Schweigen der Uebcrraschung, welchesmein plötzlicher Eintritt hervorgcrufen hatte. „Mein Name, Mr.Jnglewood," sagte ich, „ist Frank Osbaldistone; ich höre, daßirgend ein Schurke bei Euch eine Anklage vorgebracht hat, indemer mich eines Verlustes beschuldigt, den er erlitten zu haben be-hauptet."