9N
„Und seid überdies Oberst eines Reiterregiments," cntgegneteich, indem ich daran dachte, wie thöricht es sein würde, mit ihr zuzürnen. „Aber erklärt mir den Scherz."
„Es ist durchaus kein Scherz," sagte Diana; „Ihr seid an-geklagt, den Menschen beraubt zu haben, und mein Onkel glaubtdas eben so gut, als ich es that."
„Auf Ehre, ich bin meinen Verwandten für ihre gute Meinungsehr verpflichtet."
„Nun schnaubt nur nicht so, und starrt mich an, und schnauftden Wind ein, und seht grade so aus, wie ein scheugcwordenesPferd.— Darin liegt keine solche Beleidigung, wie Ihr denkt; —Ihr seid keiner Kleinigkeit, keiner gemeinen That angeklagt. DerMensch brachte Geld von der Regierung, baar und in Wechseln, dieTruppen im Norden zu bezahlen; und wie man sagt, sind ihm auchDepeschen von großer Wichtigkeit abgcnommen worden."
„So ist es also Hochverrats;, und nicht einfacher Raub, dessenich angeklagt bin?"
„Allerdings; und das war, wie Ihr wißt, zu allen Zeitenadeliches Verbreben. Ihr werdet in diesem Lande eine Menge Men-schen finden, und eine Person ganz in Eurer Nähe, welche es für einVerdienst halten, der hannoverischen Regierung auf jede mögliche' Weise zu schaden."
„Weder meine politischen, noch meine moralischen Grundsätze,Miß Bernon, sind so gefälliger Art."
„Ich fange wirklich an, zu glauben, daß Ihr in allem Ernstein Presbyterianer und Hannoveraner seid. Aber was denkt Ihrzu thun?"
„Die abscheuliche Verläumdung augenblicklich zu widerlegen.— Vor wem," fragte ich, „ist diese außerordentliche Anklage an-gebracht?"