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Ich glaube, es giebt nur wenig junge Leute, und das sind sehrstrenge Moralisten, die sich nicht lieber irgend eine kleine Sündenachsagen ließen, als daß sie für ungeschickte Reiter gälten. Undda es mir weder an Geschicklichkeit, noch Muth mangelte, nahmich meines Oheims Bemerkung natürlich übel, und gab ihm dieVersicherung, er würde mich zunächst hinter den Hunden finden.
„Ich zweifle nicht, Junge," lautete seine Antwort, „daßDu 'n tüchtiger Reiter bist. Ich steh' dafür; — aber sieh Dich vor.Dein Vater schickte Dich her, daß Dir 'n Gebiß angelegt würde;und ich glaube, ich muß Dich mit der Kinnkettc reiten, sonst würdeDich leicht Jemand auf die Halfter reiten, wenn ich die Zügel nichtfester faßte."
Da diese Rede mir vollkommen unverständlich war; da sieüberdies nicht für mich gehalten zu werden schien, sondern seitwärtsgesprochen wurde, und als äußerte mein würdiger Onkel etwas, dasihm durch die Gedanken fuhr, laut, glaubte ich, daß es sich entwe-der auf meine Desertion von der Flasche am gestrigen Abend bezog,oder daß meines Oheims Morgenstunden durch die Folgen der nächt-lichen Schwärmerei etwas gelitten hätten, und seine gute Launedadurch mit. Ich machte deshalb nur die flüchtige Bemerkung,wenn er den unfreundlichen Wirth spiele, so würde ich um destokürzere Zeit sein Gast sein, und eilte dann, Miß Vernon zu be-grüßen, die sehr herzlich auf mich zukam. Eine Art von Begrüßungfand auch zwischen meinen Vettern und mir Statt, aber da ich sah,wie sie die Köpfe boshaft zusammensteckten, um meinen Anzug undmein Sattelzeug zu tadeln, von der Mütze bis zum Steigbügel,und über Alles spöttelten, was für sie neu oder fremd aussah,sprach ich mich selbst von der Aufgabe frei, Ihnen eine große Auf-merksamkeit zu beweisen; und in Erwiderung ihres Lächelns undFlüsterns ein Wesen der höchsten Gleichgültigkeit und Gering-schätzung annehmend, schloß ich mich der Miß Vernon an, als der