Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
74
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stcr zu verhungern, in die eines reichen Kaufmanns zu verwan-deln ; und nicht ohne einiges Widerstreben wurde die Zustimmungder Versammlung zu einer solchen Handlung der Herabwürdigungerlangt."

Ich kann die Skrupel begreifen aber wie wurden siebeseitigt?"

Durch den allgemeinen Wunsch, glaube ich, Rashleigh ausdem Hause zu bringen," antwortete Miß Vcrnon.Obgleich erder Jüngste in der ganzen Familie ist, hat er auf eine oder die an-dere Weise die Herrschaft über alle Andere an sich gerissen; Jederfühlt den Druck, kann ihn aber nicht abschüttcln. Leistet irgendJemand ihm Widerstand, so kann er gewiß sein, dies zu bereuen,ehe das Jahr zu Ende ist; und erweist Ihr ibm einen wichtigenDienst, so mögt Ihres noch weit mehr bereuen."

Wenn das ist," antwortete ich lächelnd,so muß ich michVorsitzen, denn ich bin, wenn auch absichtslos, die Ursache seinerveränderten Lage."

Ja, und mag er dies nun als Vorthcil oder Nachtheil be-trachten, so wird er Euch doch deshalb zürnen. Doch, da kom-men Käse, Radischen und ein Humpen für Kirche und König, derWink für Geistliche und Damen, zu verschwinden, und ich, dieeinzige Repräsentantin des weiblichen Geschlechtes in Osbaldistone-Hall, ziehe mich in schuldiger Pflicht zurück." Sie verschwand, in-dem sie so sprach, und ließ mich staunend über das Gemisch des Cha-rakters von Verschlagenheit, Verwegenheit und Freimüthigkeit zu-rück, den ihre Unterhaltung mir gezeigt hatte. Ich verzweifledaran, Dir nur den geringsten Bcgriffvon ihrem Wesen beizubrin-gen, obgleich ich, so viel ich mich erinnern kann, ihre Sprachenachahmle. Es war in der That eine Mischung ungekünstelterEinfachheit, angeborener List und übermüthiger Kühnheit in ih-rem Wesen; doch Alles wurde durch das Spiel der reizendsten Züge,