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mir, Euch offen zu fragen, Miß Vernon, was Ihr vermuthct,daß ich von Euch denke?—Ich könnte Euch sagen, was ich wirk-lich denke, aber Ihr habt das Lob verboten."
„Ich bedarf Eures Beistandes nicht. Ich bin genug Beschwö-rer, Euch auch ohne denselben Eure Gedanken zu sagen. Ihnbraucht das Fenster Eures Busens nicht zu öffnen; ich sehe hindurch.Ihr haltet mich für ein sonderbar ausgelassenes Mädchen, halb Ko-kette, halb wilde Range; begierig, Aufmerksamkeit durch das Freieihres Wesens und das Laute ihrer Unterhaltung zu erwecken, weil siemit dem unbekannt ist, was der „Zuschauer" die mildere Anmuthihres Geschlechtes nennt; und vielleicht glaubt Ihr, ich habe einenbesonder» Plan, Eure Bewunderung zu erstürmen. Es sollte mirleid thun, Eure gute Meinung von Euch selbst zu verletzen, aberIhr würdet nie stärker geirrt haben. Das ganze Vertrauen, wel-ches ich Euch zeigte, würde ich eben so bereitwillig Eurem Vatergewährt haben, glaubte ich von ihm verstanden zu werden. Ichbin in dieser glücklichen Familie so weit von verständigen Zuhörernentfernt, wie Sancho in der Sierra Morcna, und wenn sich dieGelegenheit zeigt, muß muß ich sprechen oder sterben. Ich versichereEuch, daß ich von all den merkwürdigen Mittheilungcn nicht einWort gesagt haben würde, hätte ich mich nur ein Bischen darumgekümmert, wer etwas davon hört und wer nicht."
„Es ist sehr grausam von Euch, Miß Vernon, Euren Mit-theilungen jeden besondern Beweis der Gunst zu rauben, aber ichmuß sic unter Euren eigenen Bedingungen hinnehmcn. — Ihr habtin Eure häusliche Schilderungen Mr. Rashleigh Osbaldistone nichteingeschlossen."
Es kam mir vor, als führe sie bei dieser Aeußerung zurück, undhastig antwortete sie mit viel leiserem Lone: „Kein Wort vonRashleigh! Seine Ohren sind so scharf, wo seine Selbstsucht bc-theiligt ist, daß die Worte ihn selbst durch die Masse von Thorn-