trug, was damals ziemlich ungewöhnlich war, einen Rock und Hut,welche denen eines Mannes'glichen, und welche die Mode seitdemeinen Reitanzug genannt hat. Die Mode war cingeführt worden,während ich mich in Frankreich befand, und mir vollkommenneu. Ihr langes schwarzes Haar flatterte im Winde, denn cs warin der Hitze der Jagd dem Bande entglitten, das es hielt. Die Un-ebenheiten des Bodens, durch die sie ihr Pferd mit der größten Ge-schicklichkeit und Geistesgegenwart lenkte, hemmten ihren Laufetwas, und brachten sie mir näher, als irgend einen der Reiter.Ich hatte daher den vollen Anblick ihrer ungemein schönenJüge undGestalt, welchen durch den wilden Zauber der Umgebung, so wiedurch das Romantische ihrer sonderbaren Kleidung und unerwarte-ten Erscheinung ein eigentümlicher Reiz verliehen wurde. Als siean mir vorüberkam, machte ihr Pferd in seinem Ungestüme eine un-regelmäßige Bewegung, grade als sie cs, wieder ebenen Bodenerreichend, zu verdoppelter Eile antricb. Dies diente mir als Ent-schuldigung, dicht zu ihr heranzureiten. Es war indeß kein Grundzur Bcsorgniß vorhanden; es war kein Straucheln, kein falscherTritt gewesen, und wenn auch, so besaß die schöne Amazone doch zuviel Geistesgegenwart, um sich dadurch irre machen zu lassen. Siedankte mir indeß für meine gute Absicht durch ein Lächeln, und ichfühlte mich dadurch ermuthigt, mein Pferd zu gleichem Schritteanzutrciben, um in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu bleiben.Das Jagdgcschrei: „Ho he! Todt! Todt!" und das Schmetterndes Jagdhorns verkündeten uns bald, daß die Jagd geschlossen undEile nicht mehr nöthig sei. Einer der jungen Männer, die ich ge-sehen hatte, näherte sich uns, und schwang die Ruthe des Fuchses,als wollte er meine schöne Gefährtin damit necken.
„Ich sehe es, ich sehe es," sagte sie, „aber macht deshalb keinenLärm; wärePhoebc," und dabei streichelte sie den Hals des wunder-schönen Thieres, das sie ritt, „nicht zwischen die Klippen gekom-