„EinHerr? Was für ein Herr?"— fragte er etwas hastig,denn er dachte, wie ich glaube, an einen Herrn von der Landstraße,wie man sie damals nannte.
„Nun, eine schottische Art von einem Herrn, wie ich schonsagte," entgegncte der Wirth; „sie sind alle von Adel, müßt Ihrwissen, wenn sie auch kein Hemde auf dem Rücken haben. Aberdieser ist ein tüchtiger Mann — ein so würdiger Nord-Britannien,als je die Brücke von Berwick überschritt. — Ich glaube, er ist einViehhändler."
„Laßt uns jedenfalls seine Gesellschaft haben," antwortetemein Gefährte, und hierauf zu mir sich wendend, gab er seineneigenen Betrachtungen Raum. „Ich ehre die Schotten, Sir; ichliebe und achte die Nation wegen ihres Gefühles für Moralität.Die Mcnrchen spreche» von ihrem Geize und ihrer Armuth; aber ichlobe mir die Ehrlichkeit, wenn sie auch in Lumpen gekleidet ist,wie der Dichter sagt. Mir ist durch Leute, auf die ich mich verlas-se» kann, glaubwürdig versichert worden, daß man von einer Stra-ßenrändern in Schottland nie etwas gehört habe."
„Weil sie nichts zu verlieren haben," sagte der Wirth, indemer über seinen eigenen Witz lachte.
„Nein, nein, Herr Wirth," antwortete eine kräftige Stimmehinter ihm, „es kömmt daher, weil Eure englischen Aufpasserund Zollaufsehcr, die Ihr nördlich über den Tweed geschickt habt,den Eingeborenen das Diebcshandwerk über dem Kopf weggenom-mcn haben."
„Wohl gesprochen, Mr. Campbell," antwortete der Wirth.„Ich glaubte nicht, daß Du uns so nahe wärest. Aber Du weißtwohl, daß ich mich immer offen ausspreche, wie ein UorkshirerHund. — Wie geht der Markt im Süden?"
„Wie gewöhnlich" antwortete Mr. Campbell; „weise Leutekaufen und verkaufen, und Narren werden gekauft und verkauft."