„Eine nothwendige Täuschung wird ihr die letzte erschütterndeTrennung ersparen. Ich könnte von ihr nicht ohne Thränen schei-den, und ich kann den Gedanken nicht ertragen, daß diese Men-schen fich einbildeten, sie könnten mir Tdräncn erpressen. Sie istin dem Glauben, daß sie mich zu einer später« Stunde sehen wird,doch dieser Brief, den mein Beichtvater ihr übergibt, setzt sie inKenntniß, daß Alles vorbei ist."
Es erschien jetzt ein Offizier, und meldete, daß der Oberscheriffund dessen Leute vor dem Thorc des Schlosses warteten, um dieKörper von Fergus Mac Jvor und Evan Maccombich zu fordern.„Ich komme," sagte Fergus; Edward am Arme stützend und gefolgtvon Evan Dhu und dem Priester, begab er sich die Treppe hinab;die Soldaten bildeten die Nachhut. Der Hof war mit einer Schwa-dron Dragoner und einem Batallion Infanterie besetzt, welche einoffenes Quarre formirtcn. In ihrer Mitte befand sich die Schleifeoder Hürde, auf welcher die Gefangenen zu dem Orte der Hinrich-tung geschleift werden sollten, der eine Meile von Carlisle entferntwar. Die Hürde war schwarz angcstrichen und wurde von einemweißen Pferde gezogen. An dem einen Ende dieses Fuhrwerkessaß der Scharfrichter, ein gräßlich ausschcnder Kerl, wie es sich fürsein Geschäft ziemte, mit der gewaltigen Art in seiner Hand; andem andern Ende, zunächst dem Pferde, befand sich ein leerer Sitzfür zwei Personen. Durch den tiefen und dunkeln gothischen Bo-gengang, der sich an der Zugbrücke öffnete, erblickte man zu Pferdeden Oberscheriff mit seinem Gefolge, dem die zwischen den Militär-und Civilbehörden bestehende Etiquette nicht weiter zu kommen ge-startete. „Das ist zu einerSchlußsccne recht gut arrangirt,"sagte Fergus, und lächelte geringschätzcnd, indem er aufdie Zube-reitungen des Schreckens blickte. Evan Dhu rief ziemlich hastig,als er die Dragoner gesehen hatte: „Das sind dieselben Burschen,