Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

191

bruder in den Tod begleiten, wie er ihn durch sein ganzes Leben be-gleitet hat. "

Und ich bin überzeugt/' sagte Maecombich, indem er sich vomBoden erhob, aufwelchem er, aus Furcht, ihr Gespräch zu unterbre-chen, so still gelegen hatte, daß Wavcrley ihn nicht bemerkt habenwürde, hätte er nicht selbst das Stillschweigen gebrochen,ich binüberzeugt, daß Evan nie ein besseres Geschick wünschte oder ver-diente, als mit seinem Häuptlinge zu sterben."

Und jetzt," sagte Fergus,da wir denn doch einmal bei demGespräche von Clanschaft sind, sagt mir was Ihr von der Prophe-zeihung des BodachWas haltet?" Dann, noch ehe Edward etwasantworten konnte, fuhr er fort:Ich sah ihn wieder in der vergan-genen Nacht er stand in dem Strahle des Mondscheins, der durchjenes hohe enge Fenster auf mein Bett fiel. Weshalb sollte ich ihnfürchten, dachte ich, morgen, lange vor dieser Zeit, bin ich ebensokörperlos, wie er ! Falscher Geist, sagte ich, bist Du gekommen.Deine Wanderungen auf Erden zu beschließen und Deinen Triumphüber den Fall des letzten Abkömmlinges DeinesFeindes zu feiern?Der Geist schien zu nicken und zu lächeln, und verschwand dannmeinen Blicken. Was denkt Ihr davon? Ich that dieselbe Fragean den Priester, der ein guter und gefühlvoller Mann ist; er ge-stand, daß die Kirche solche Erscheinungen als möglich zugibt, er-mahnte mich aber, meinem Geiste das Verweilen dabei nicht zu ge-statten, weil die Einbildungskraft uns so sonderbare Streichespielt. Was denkt Ihr davon?"

Eben so viel als Euer Beichtiger," sagte Waverley, der ei-nen Streit über solchen Punkt in diesem Augenblicke zu vermeidenwünschte. Ein leises Klopfen an der Thür verkündete den Geist-lichen, und Edward zog sich zurück, während jener nach den Vor-schriften der römischen Kirche den beiden Gefangenen den letztenTrost der Religion gewährte.