119
zitternde Hand und bebende Stimme bewiesen, wie sehr sie er-schrocken war. Es wurde schnell wieder Essen gebracht, und wäh-rend Waverley sich erquickte, fuhr der Oberst fort: „Es wundertmich Frank, daß Ihr hergekommcn seid. Die Aerzte sagten mir,für Euren Zustand sei die Londoner Luft sehr nachtheilig. Ihr hät-tet das nicht wagen sollen. Jndeß bin ich erfreut, Euch zu sehen,und auch Emily ist es, obgleich ich fürchte, daß wir nicht daraufrechnen dürfen, Euch lange hierzu behalten."
„Ein besonderes Geschäft brachte mich her," sagte Waverley.
„Das dachte ich wohl, aber ich kann nicht zugebcn, daß Ihrlange bleibt. Spontoon," sagte er zu einem ältlichen Diener ohneLivree und von militärischem Aussehen, „nimm diese Sachen wegund komm' selbst, wenn ich klingele; keiner von der Dienerschaftsoll mich stören — mein Neffe und ich, wir haben von Geschäftenzu sprechen."
Als die Diener sich entfernt hatten, rief der Oberst: „Um Got-teswillen, Waverley, was brachte Euch her? Das kann so vielausmachen, als Euer Leben werth ist!"
„Theurer Mr. Waverley, dem ich mehr verdanke, als sich jevergüten läßt," sagte Lady Emily, „wie konntet Ihr so unbesonnensein f"
„Mein Vater — mein Oheim — dieser Paragraph" — erüberreichte dem Obersten Talbot das Zeitungsblatt.
„Wollte der Himmel, daß diese Schurken dazu verdammt wür-den, in ihren eigenen Pressen zu Tode gequetscht zu werden," sagteTalbot. „Wie ich höre, kommen jetzt in der Stadt nicht wenigerals ein Dutzend solcher Zeitungen heraus, und da ist es denn natür-lich, daß sie Lügen ersinnen müssen, um Absatz zu finden. Es istübrigens wahr, mein theurer Edward, daß Ihr Euren Vater ver-loren habt; was aber die Andeutung betrifft, daß er sich seine Lagezu Gemüth gezogen hätte, so ist die Wahrheit, — es ist zwar hart.