Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

79

ein, so ist es doch gewiß, daß ich meinen Entschluß nicht ändere.Ich erwähne dies nur, um späterem Mißverstehen vorzubcugen."

Mit Vergnügen hätte Mac Jvor in diesem Augenblick ihrenZwist persönlicher Entscheidung anheimgestellt; seine Augen flamm-ten, und er maß Edward mit dem Blicke, als wollte er die Stellesuchen, wo er ihm eine tödtliche Wunde beibringcn könnte. AberNiemand wußte besser, als er, daß zu einem Zweikampfe auf Lebenund Tod doch irgend ei» anständiger Vorwand gehört. Zum Bei-spiel kann man Jemanden fordern, wenn er einen im Gedränge aufdas Hühnerauge tritt, oder einen gegen die Wand drängt, odereinem im Theater den Sitz wegnimmt; aber der neuere Codex derEhre gestattet nicht, eine Herausforderung auf das Recht zu stützen,einen Mann zu zwingen, gegen eine weibliche Verwandte die Auf-merksamkeiten fortzusetzen, die von der Dame selbst verworfen wur-den. Fergus war also gezwungen, diese muthmaßliche Beleidigungzu verschlucken, bis der Laus der Zeit, den er genau zu bewachenbeschloß, ihm die Gelegenheit zur Rache bieten würde.

Waverley's Diener führte hinter dem Bataillon immer einReitpferd, obgleich sein Herr nur selten ritt. Jetzt aber blieb er,gereizt durch das herrische und unvernünftige Benehmen seines bis-herigen Freundes, hinter der Colonne zurück, und bestieg sein Pferdmit der Absicht, den Baron von Bradwardine aufzusuchen, und ihnzu bitten, in seiner Abtheilung als Freiwilliger eintreten zu dürfen,stattbei dem Mac-Jvor-Regimente zu bleiben.

Ein glückliches Leben würde ich geführt haben," dachte er,als er zu Pferde saß,wäre ich mit diesem prächtigen Pröb-chen des Stolzes, des Dünkels und der Leidenschaft so nahe ver-wandt. Ein Oberst! Ci, er hätte Generalissimus werden müssen.Ein erbärmliches Oberhaupt von drei oder vier hundert Mann!Sein Stolz reichte hin für den Khan der Tartarci für den Groß-herrn den Großmogul. Ich bin froh, daß ich von ihm frei bin.