Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
64
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Dich bewog, sie zu verlassen. Sie wurde durch die Kunde ausSchottland, daß der Aufstand ausgebrochen sei, sehr beängstigt,hielt aber ihren Muth aufrecht, wie sie sagte, daß cs sich für DeineFrau gezieme, so wie für den künftigen Erben, auf den Ihr solange vergebens hofftet. Ach, mein armer Bruder, diese Hoff-nungen sind jetzt vorbei. Trotz meiner wachsamen Sorgfalt er-reichte dieses unglückliche Gerücht sic unvorbereitet. Sie wurdesogleich krank, und das arme Kind überlebte kaum die Geburt.Wollte Gott, das wäre Alles, aber obgleich die Widerlegung je-nes Gerüchtes durch Deinen eigenen Brief sie sehr aufgerichtct hat,so fürchtet llr. dennoch ernste und sogar gefährliche Folgen fürihre Gesundheit, besonders durch die Ungewißheit, in welcher sicnothwendiger Weise noch einige Zeit bleiben muß, und die durchihre Begriffe von der Grausamkeit derer, von denen Du gefaygengehalten wirst, noch wächst.

Versuche daher, mein thcurer Bruder, sobald Du diesen Brieferhältst, Deine Freilassung zu bewirken, auf Ehrenwort, gegenLösegeld, oder auf sonst irgend eine Weise. Ich übertreibe LadyEmily's Gesundheitszustand nicht; aber ich darf nicht wagen, Dirdie Wahrheit zu verhehlen. Stets, mein thcurer Philipp, bin ichDeine liebende Schwester

Lucy Lalbot."

Edward stand regungslos da, als er diesen Brief gelesen hatte,denn der Schluß war unerläßlich, daß den Obersten dieser Kum-mer durch die Reise zu seiner Aufsuchung getroffen hatte; der wargroß genug, selbst in seinem nicht zu vergütenden Lheile, dennOberst Lalbot und Lady Emily, die lange ohne Familie blieben,hatten sich der Hoffnung innig gefreut, die jetzt zertrümmert war.Doch diese Täuschung war noch nichts im Vergleich zu dem drohen-den Schlage, und mit Entsetzen betrachtete sich Edward als dieerste Ursach zu Beidem.