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sah in diesem Benehme» die größte Wahrscheinlichkeit, daß die Nei-gung ihrer Freundin zuletzt erwidert wurde.
Die Wahrheit ist, daß Rosa in der ersten Unterredung mit ih-rer Freundin ihren ganzen Gemüthszustand entdeckt hatte, obgleichsie selbst es nicht abnete. Bon der Zeit an war Flora nicht nur zu dergänzlichen Berwerfung von Waverley's Anträgen entschlossen, son-dern sie bemühte sich auch, dessen Neigung, wo möglich, aus ihreFreundin zu lenken. Auch intercssirte sie sich dafür nicht weniger,obgleich ihr Bruder von Zeit zu Zeit, halb im Scherz, halb imErnst, davon gesprochen hatte, sich um Miß Bradwardine zu be-werben. Sie wußte, daß Fergus die freien Ansichten des Konti-nentes über die Ehe theilte, und seine Hand selbst einem Engelnicht gegeben haben würde, ausgenommen in der Absicht, dadurchseine Verbindungen, seinen Einfluß, seinen Reichthum zu erhöhen.Des Barons Absicht, seine Besitzungen auf einen entfernten männ-lichen Erben, statt aufseine eigene Tochter zu übertragen, war da-her wahrscheinlich ein unübersteigliches Hindcrniß für ihn, ernsthaftan eine Verbindung mit Rosa Bradwardine zu denken. FergusKopf war in der That eine ununterbrochene Werkstätte von Plänenund Jntriguen aller Art und Beschreibung; und gleich manchemMechaniker von mehr Geist als Ausdauer gab er oft unerwartet undohne einen scheinbaren Grund, einen Plan aus, um mit allemErnste an einen andern zu gehen, der entweder frisch geschmiedetwar, oder in einer srühern Zeit halb beendet bei Seite geworfenwurde. Es siel deshalb oft schwer, zu errathen, welches Beneh-men er bei einer bestimmten Gelegenheit zuletzt beobachten würde.
Obgleich Flora innig an ihrem Bruder hing, dessen hohe Ener-gie in der That ihre Bewunderung auch ohne die Bande geforderthaben könnte, welche sie mit ihm vereinigten, so war sie doch keines-wegs blind gegen seine Fehler, die sie als gefährlich für die Hoff-