Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16

Waverley fühlte sich halb beunruhigt bei dem Gedanken, zudem überzutreten, was die Mehrzahl der Bewohner des König-reiches als Rebellion betrachtete, aber dennoch-vermochte er nicht,seinen Kummer über die Kälte zu verhehlen, mit welcher Flora ih-res Bruders Wink abwendete.Wie ich sehe," sagte er etwas bit-ter,hält Miß Mac Jvor den Ritter ihrer Ermuthigung und Gunstfür unwerth."

Das nicht, Mr. Waverley," entgegnete sie mit viel Freund-lichkeit.Weshalb sollte ich meines Bruders geehrtem Freundeeine Gabe verweigern, welche ich unter seinen ganzen Clan vertheile?Gern würde ich jeden Mann von Ehre für die Sache anwcrben, dermein Bruder sich gewidmet hat. AberFergus traf seine Maßregelnmit offenen Augen. Sein Leben war von der Wiege an dieser Sachegewidmet; für ihn ist der Ruf derselben feierlich, und wäre es selbstder Ruf zum Grabe. Aber wie kann ich wünschen, daß Ihr, Mr.Waverley, so neu in der Welt, so fern von jedem Freunde, jedemEinflüsse, der berechtigt ist, Euch zu leiten, und noch dazu in einemAugenblicke der Gereiztheit und des Unwillens, Euch plötzlich ineine so verzweifelte Unternehmung stürzet?"

Fergus, der dieses Zartgefühl nicht faßte, schritt im Zimmerauf und ab, biß sich auf die Lippen, und sagte endlich mit gezwun-genem Lächeln:Gut, Schwester; ich überlasse Dich Deiner neuenRolle als Vermittler zwischen dem Churfürsten von Hannover undden Unterthanen Deines gesetzmäßigen Herrschers und Wohlthä-ters." Und damit verließ er das Gemach.

Es entstand eine peinliche Pause, welche endlich Miß MacJvor brach.Mein Bruder ist ungerecht," sagte sie,weil erkeine Unterbrechung zu ertragen vermag, die seinen edlen Eifer zuhemmen scheint."

Und theilt Ihr seinen Eifer nicht?" fragte Waverley.