17
„Ob ich ihn theile?" entgegnen Flora. „Gott weiß, daßder meinige den seinen übertrifft, wenn es möglich ist. Aber ich binnicht gleich ihm durch den Lärmen kriegerischer Vorrüstungen undalle die Einzelnheiten, die zu der gegenwärtigen Unternehmungnöthig sind, gehindert, die großen Grundsätze der Gerechtigkeitund Wahrheit in Erwägung zu ziehen, auf die unser Beginnen ge-gründet ist; und diese können, davon bin ich überzeugt, nur durchMaßregeln gefördert werden, welche an sich gerecht und wahr sind.Auf Eure gegenwärtigen Gefühle zu wirken, mein lieber Mr. Wa-verley, Euch zu einem unwiderruflichen Schritte zu veranlassen,dessen Gerechtigkeit und Gefahren Ihr nicht geprüft habt, das istmeinem beschränkten Urtheile nach weder das eine, noch das andere."
„Unvergleichliche Flora!" sagte Edward, ihre Hand ergrei-fend, „wie sehr bedarf ich eines solchen Rathgebers."
„Einen viel bessern," entgegnete Flora, indem sie sanft ihreHand zurückzog, „wird Mr. Waverley stets in seinem eigenenBusen finden, wenn er dessen noch leise Stimme Muße läßt, gehörtzu werden."
„Nein, Miß MacJvor, das darf ich nicht hoffen; tausendUmstände verderblicher Selbstleitung haben mich mehr zu dem Ge-schöpfe der Einbildungskraft, als des Verstandes gemacht. Dürfteich nur hoffen, könnte ich nur denken, daß Ihr der innige herab-lassende Freund sein wolltet, welcher mir die Kraft verliehe, meineZrrthümer zu vergüten, so würde mein zukünftiges Leben—"
„Still, mein lieber Sir! Ihr treibt jetzt Eure Freude, denHänden eines jacobitischen Werbeofsiziers entgangen zu sein, zueinem unvcrhältnißmäßigen Uebermaß der Dankbarkeit."
„Rein, theure Flora, scherzt nicht länger mit mir; Ihrkönnt den Sinn der Gefühle nicht verkennen, die ich fast un-willkührlich ausgesprochen habe, und da ich die Scheidewand desWcwcrlcy. II. 2