richt war ein jähriges Lamm, „Erndte - Mahl" genannt, undganz gebraten. Es stand auf den Beinen mit einem Büschel Pe-tersilie im Maule, und wurde wahrscheinlich in dieser Stellung auf-getragen, um den Stolz des Koches zu kitzeln, der mehr auf dieFülle, als auf die Zierlichkeit bei der Lasel seines Gebieters sah.Die Seiten dieses armen Lhieres wurden von den Clansleutcntapfer angegriffen, von den einen mit Dolchen, von den andern mitden Messern, welche sie gewöhnlich in einer Scheide mit den Dol-chen trugen, so daß das Ganze bald nur noch einen traurigen An-blick gewährte. Noch weiter unten an dem Tische schienen dieSpeisen wieder geringerer Art zu sein, obgleich in reichlicher Masse.Fleischbrühe, Zwiebeln, Käse und die Ueberbleibsel des Festes re-galirten die Söhne Jvor's, die in freier Luft tafelten.
Die Getränke wurden in demselben Verhältnisse uud nach ähn-lichen Regeln vertheilt. Vortrefflicher Champagner und Klaretflössen reichlich unter des Häuptlings unmittelbaren Nachbarn,Whisky, rein oder vermischt, und starkes Bier erquickten die,welche am untern Ende der Tafel saßen. Uebrigens schien diese un-gleiche Verthcilung Niemanden zu verletzen. Jeder Anwesende er-kannte, daß sein Geschmack sich nach dem Range richten müsse,den er an der Tafel einnahm; die Freisassen und ihre Angehörigenversicherten daher, daß der Wein für ihren Magen zu kalt wäre,und forderten scheinbar nach Wahl das Getränk, welches ihnen ausSparsamkeit angewiesen wurde. Die Sackpfeifer spielten währendder ganzen Essenszeit einen lärmenden Kricgsgesang, und dasEcho des gewölbten Daches und dasGeräusch der celtischen Sprachebrachten ein solches kabelndes Lärmen hervor, daß Waverlcy fürch-tete, seine Ohren möchten sich davon nie erholen. Mac Jvor re-dete der Verwirrung, die durch eine so große Gesellschaft veranlaßtwurde, das Wort, und bezog sich auf die Nothwendigkcit seinerLage, in der unbcgränzte Gastfreiheit als Pflicht betrachtet wurde.