Mit solchen Schilderungen pries Evan den gegenwärtigen Zu-stand des Hochlandes, vielleicht mehr zur Unterhaltung Waverley's,als zu der unserer Leser. Endlich, nachdem sie über Berg und Thal,Sumpf und Haide gegangen waren, kam es Edward, obgleich es ihmnicht unbekannt war, wie freigebig die Schotten ihre Entfernungenschätzten, vor, als müßten die fünf Meile» Evans schon doppelt zu-rückgelegt sein. Seine Bemerkung über das große Maaß, welchesdie Schotte» ihrem Lande anlegten, in Vergleich zu dem geringenWerthe ihres Geldes, beantwortete Evan schnell durch den altenScherz: „Der Teufel wird den holen, dessen Maaß das kleinste ist."
Es siel jetzt ein Schuß, und ein Jäger erschien mit seinen Hun-den und einem Begleiter am obern Ende des Thales. „Sieh,"sagte Dugald Mahony, „das ist der Häuptling."
„Er ist es nicht," sagte Evan gebieterisch. „Glaubst Du, erwürde einem Saffenach Duinhe-Wassel auf solche Weise entgegen-kommend"
Als sie aber etwas näher kamen, sagte er mit offenbarem Ver-druß: „Und doch ist er es gewiß genug; und er hat sein Gefolgenicht bei sich : — cs ist kein lebendiges Geschöpf bei ihm als Eal-lum Bek."
In der That hatte Fergus Mac Jvor, von dem ein Franzoseeben so gut, wie ein anderer Mann in den Hochlanden hätte sagenkönnen, „ltu'ii counait liien SK8 AK,>8" nicht daran gedacht, sich inden Augen eines jungen reichen Engländers dadurch ein Ansehenzu geben, daß er mit einem für die Gelegenheit unpassenden Ge-folge hochländischer Müssiggänger erschien. Er war sich bewußt,daß ein so unnöthiges Gefolge Edward eher prahlerisch als achtungs-werth erschienen sein würde, und während wenige Menschen denBegriffen der Häuptlingsschaft und der lehnsherrlichen Macht mehranhingen, war er aus eben dem Grunde vorsichtig, äußere Beweiseder Würde zu entfalten, außer zu den Zeiten und auf die Art, wo