Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
115
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Seine Besorgnis ihretwegen schien sich aber nicht bis zu demTheile zu erstrecken, durch den sie der allgemeinen Meinung nacham deutlichsten gezeigt wird, namentlich in der Sorge, ihre Zu-kunft durch eine reiche Erbschaft oder eine bedeutende Aussteuerzu sichern. Nach dem alten Erbvertrage fielen fast alle Besitzun-gen des Barons nach dessen Lode einem entfernten Verwandtenzu, und man vermuthetc, daß Miß Bradwardine nur spärlich ver-sorgt sein würde, da des guten Barons Geldangelegenheiten zulange unter der ausschließlichen Leitung des Verwalters Macwheeblegestanden hatten, um sich in dieser Beziehung von seiner Erbschaftgroße Vorstellungen zu machen. Es ist wahr, daß der erwähnteAmtmann seinen Herrn und seines Herrn Tochter zunächst ob-gleich in unermeßlicher Ferne nach sich selbst liebte. Er hieltes für möglich, die Erbfolge der männlichen Linie zu beseitigen, undhatte sich in der That darüber und, wie er sich rühmte, unent-geltlich ein Gutachten von einem ausgezeichneten schottischenRechtsgelehrtcn verschafft, dem er die Sache vorzulegen wußte,während er ihn regelmäßig über andere Geschäfte zu Rathe zog.Aber der Baron wollte auf einen solchen Vorschlag nicht einen Au-genblick hören. Im Gegentheil rühmte er mit boshafter Freude,daß die Baronie Bradwardine ein Mannlehn sei, indem die ersteUrkunde in jener frühern Zeit verliehen worden sei, als man dieWeiber noch nicht für fähig gehalten, ein Lehn zu besitzen, weilnach I.es coutusmes >Ie dlormancüe, I'Iinmine ti so liast etlii conseiile; oder wie cs noch ungalanter durch andere Autoritä-ten ausgedrückt wird, deren barbarische Namen er ihrer ganzenLänge nach anführte: Weil ein Weib dem Lehnsherr» im Kriegewegen der Sitten ihres Geschlechtes nicht dienen könnte; weil csihm wegen seiner beschränkten Geistesfähigkcitcn mit Rath nichtbeizustehen vermöchte, weil cs ihm wegen seiner Gebrechlichkeitnicht von Nutzen sein könnte. Er fragte triumphirend, wie es ci-

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