Zwölftes Kapitel.
Reue und Versöhnung.
Wavcrley war nur an einen sehr mäßigen Genuß des Weinsgewöhnt; er schlief daher bis spät am nächsten Morgen, und er-wachte dann mit einer peinlichen Erinnerung an die Auftritte desvergangenen Abends. Er war persönlich beleidigt worden, er, einEdelmann, ein Offizier und ein Waverley. Freilich besaß die Per-son, die ihn beleidigte, als dies geschah, den bescheidenen Theil derihr von der Natur gewährten Vernunft nicht; freilich mußte erdurch Genugthuung für die Beleidigung die Gesetze des Himmels,wie die seines Landes übertreten; freilich konnte er, wenn er diesthat, einem jungen Manne das Leben nehmen, der vielleicht ehrcn-werth seine geselligen Pflichicn erfüllte; freilich konnte er dadurchdessen Familie elend machen; oder er büßte auch wohl selbst das Le-ben ein — keine angenehme Alternative, selbst nicht für den Brav-sten, wenn sie ruhig und nur bei sich allein überlegt wird.
Dies Alles drängte sich ihm auf, aber die erste Ansicht kehrtestets mit derselben unwiderstehlichen Gewalt zurück. Er hatte einepersönliche Beleidigung empfangen; er gehörte dem Hause Waver-