Rosa entfernte sich mit ziemlich gemessenen Schritten, bis siean die erste Ecke kam, dann aber flog sie mit Sylphenschnelligkcitdahin, um nach Vollziehung des väterlichen Auftrages noch für ih-ren Anzug und Putz sorgen zu können, wozu ihr die Nähe derSpeisestunde nicht viel Zeit ließ.
„Wir können mit dem Luxus Eurer englischen Tafel nicht wett-eifern, Eapitain Waverley, oder Euch die «pulae lautiores vonSchloß Waverley geben — ich sage epulae statt prandium, weildas letztere Wort gemein ist; eptilae ad senatum, prandium veruall populum attinet, sagt Suetonius Lranquillus. Aber ich hoffe,Ihr werdet meinem Bordeaux Beifall zollen; e'est des deux orell-les, wie Eapitain Viesaufzu sagen pflegte — rinum primae notae,wie der Rector von St. Andreas ihn nannte. Und, noch ein Mal,Eapitain Waverley, ich bi» hocherfreut, daß Ihr hier seid, dasBeste zu trinken, was mein Keller zu bieten vermag."
Diese Rede mit den nothwendigen dazwischen eingeschobenenAntworten dauerte von der niedern Allee, wo sie sich trafen, bis andie Thüre des Haukes, wo vier oder fünf Diener in altmodischenLivree» standen, an ihrer Spitze der Haushofmeister, AlexanderSaunderson, welcher jetzt kein Zeichen mehr von dem Sande desGartens trug, sondern sie in großem Kostüm empfing:
In altkrthümlichcr HalleGeschmückt mit Lanzen nnd Bogen,
Mit Schildern, Rüstungen, Helmen,
Die manchen Strauß gesch'n.
Mit viel Ccremonie und noch weit mehr herzlicher Güte führteder Baron seinen Gast, ohne sich in einem der dazwischenliegendenZimmer auszuhaltcn, in den großen Speisesaal, der mit geschwärz-tem Eichenholz getäfelt war, und an dessen Wänden die Bilder sei-ner Vorfahren hingen. Hier stand eine Tafel für sechs Personen gc-