63
seinen Weg durch die Schatten des Gewölbes fand, das durch dieAcste über die breite grüne Allee gespannt ward.
Die Einsamkeit und Ruhe der ganzen Scene schienen wahr-haft klösterlich, und Waverley, der sein Pferd an seinen Dienergegeben hatte, als er durch das erste Thor ritt, ging die Allee lang-sam hinauf, genoß des angenehmen und kühlenden Schattens, underfreute sich so sehr der stillen Gedanken einer Ruhe und Einsamkeit,welche durch seine jetzige Umgebung hervorgerufen wurden, daßer des Elendes und Schmutzes in dem hinter sich gelassenen Dorfevergaß. Die Oeffnung auf dem gepflasterten Hofe stimmte mitdem klebrigen der Scene überein. Das Haus, welches aus zweioder drei hohen schmalen, mit steilen Dächern versehenen Gebäu-den zu bestehen schien, die rechtwinklig an einander stießen, bildeteeine Seite des Gehöftes. Es war zu einer Zeit erbaut worden, alsSchlösser nicht mehr nöthig waren, und die schottischen Architektendie Kunst noch nicht erworben hatten, Wohnhäuser aufzuführen.Die Fenster waren zahllos, doch sehr schmal; das Dach hatte ver-schiedene unbeschreibliche Borsprünge, doch zeigte eine jede derzahlreichen Ecken einen kleinen Thurm, der mehr einer Pfeffer-büchse glich als einem gothischen Wachthurme. Die Front zeigteauch keine gänzliche Sicherheit vor Gefahr. Sie hatte Schießlöcherzu Musketen und eiserne Gitter vor den unteren Fenstern, wahr-scheinlich, um irgend eine räuberische Bande von Zigeunern zu-rückzuweisen, oder einem räuberischen Besuche der Katerans desbenachbarten Hochlands Widerstand zu leisten. Ställe und andereWirthschaftsgebäude nahmen eine zweite Seite ein. Die ersterenwaren niedrig gewölbt, mit engen Einschnitten statt der Fenster,und glichen, wie Edward's Reitknecht bemerkte, eher einem Ge-fängnisse für Mörder, Spitzbuben u. drgl., als einem Aufenthalts-orte für christliches Vieh. Ueber diesen gefängnißartigcn Ställenwaren Kornböden und andere Wirthschaftslokale, zu denen man