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1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
56
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tete, nur gering waren. Die Pflicht eines Offiziers, für ein uner-fahrenes Gemüth die imposanteste von Allen, weil sie von so vieläußerem Pomp begleitet wird, ist im Grunde sehr trocken und un-dankbar, da sie hauptsächlich von arithmetischen Berechnungen ab-hängt, welche viel Aufmerksamkeit erfordern, und einen kalt über-legenden Verstand, um zur Ausführung zu kommen. Unser Heldmachte sich einiger Vergehungen schuldig, bei denen seine Unge-schicklichkeit das Gelächter seiner Kameraden und die Vorwürfeseiner Vorgesetzten zur Folge hatte. Dieser Umstand brachte beiihm ein peinliches Gefühl derUntcrgeordentheit in den Eigenschaftenhervor, welche in seinem neuen Stande die meiste Achtung zu ver-dienen und zu gewinnen schienen. Vergebens fragte er sich, wes-halb sein Auge eine Disstanz oder einen Raum nicht eben so gutauszumcssen verstand, wie das seiner Cameradcn; weshalb seinemKopfe nicht immer gelang, die verschiedenen Bewegungen anzu-ordnen, die zu einem bestimmten Manöver erforderlich waren;weshalb sein Gedächtniß, sonst bei den meisten Veranlassungenso glücklich, technische Ausdrücke und einzelne Punkte des Feld-dienstes nicht genau zu behalten vermochte. Waverley war vonNatur bescheiden, und verfiel deshalb nicht in den gewaltigen Jrr-thum, solche kleinlichen Vorschriften der militärischen Pflicht un-ter seiner Beachtung zu halten oder sich selbst für einen geborenenGeneral, weil er ein mittelmäßiger Subaltcrnoffizier war. DieSache war, daß die oberflächliche und ungenügende Art, wie er seineAufgaben zu lösen sich gewöhnt hatte, auf sein von Natur verschlosse-nes und abstraktes Gemüth wirkte und ihm jenes Schwanken einesunstäten Geistes verlieh, welches zum Studium und strenger Auf-merksamkeit unfähig macht. Zugleich lastete die Zeit schwer aufihm. Der Landadel der Nachbarschaft war den militärischen Gä-sten nicht geneigt, und zeigte wenig Gastfreundschaft für dieselben,und die Bürger, die vorzugsweise der Handel beschäftigte, waren