und dem Staate unverträglich wären. — Jetzt aber, dachte er, kannich, ohne mein Wort zu brechen, da der Jüngling nicht mehr untermeiner Aufsicht ist, ihm die Mittel in die Hand geben, sich selbstzu beurtheilen, und habe nichts weiter zu fürchren, als seine Vor-würfe darüber, daß ich ihm so lange das Licht verhehlte, welchesbei Durchlesung dieser Papiere plötzlich in ihm aufflammen wird.
Während er so den Träumereien eines Autors und eines Po-litikers nachhing, verwies sein Proselyt, der in dem Titel nichtssehr Einladendes sah, und durch die Dickleibigkeit der Manuskripteabgeschreckt wurde, dieselben stillschweigend in einen Winkel seinesReisekoffers.
Das Lebewohl der Tante Rahel war kurz und herzlich. Sicwarnte nur ihren theuren Edward, den sie wahrscheinlich für etwasgefühlvoll hielt, gegen die Bezauberung durch schottische Schönhei-ten. Sie führte an, daß es im nördlichen Lheile der Insel zwareinige alte Familien gäbe, daß sie aber alle Whigs und Presbyte-rianer wären, ausgenommen die Hochländer, und was diese beträfe,so müßte sie nothgedrungen sagen, daß kein großes Zartgefühl un-ter den Damen herrschen könnte, wo, wie man ihr ganz genauversichert hätte, die Kleidung der Männer, um wenig zu sagen,sehr sonderbar und durchaus nicht anständig sei. Sie beschloß ihrLebewohl durch einen freundlichen rührenden Segcnspruch, undgab dem jungen Offizier als ein Pfand ihrer Liebe einen werthvol-len Diamantring — diese wurden von dem männlichen Geschlechtjener Zeit öfters getragen — und eine Börse, gefüllt mit schwerenGoldstücken, welche vor 60 Jahren auch noch häufiger waren, alssie in der letzten Zeit geworden sind.