Erlebt in schöne Träume hingesunken;
ES blüht um ihn ein rvs'ges Paradies;
Die bitt'rc Aloe dünkt seiner Zunge süß;
Er ist beim Wasscrkrug non hohen Wonnen trunken.
Warum denn, Brüderchen, sitzt ihr doch so verzagt?Laßt uns das heit'rc Spiel der Musen ehren,
Die, was die Wirklichkeit versagt,
Uns in Gesang und leichtem Scherz gewähren.
Ans, ans mit uns ins Reich des Phantasns,
Aus dieser Welt voll Sklaven und Magnaten!
Dort wohnt der Freiheit himmlischer Genuß,
Dort gibt die Liebe willig uns den Kuß,
Um den wir hier vergebens baten.
Dort wird die Tugend nicht verhöhnt,
Läßt Keinen ungestraft sie morden,
Schmückt ihren Mörder nicht mit Orden;
Dort wird nur das Verdienst gekrönt.
Ihr lacht? Ihr nennt cs Träumereien?
Wie's euch beliebt; doch unter uns gesagt,
Die lahme Wirklichkeit, mit der, ihr Herrn, euch plagt,Ist nicht gemacht, euch zu erfreuen.
Gesetzt, der Kelch, der voller Nektar schäumt,
Er wär' auch nur ein Traum, den Phantasns gegeben;So wißt, das Schönste ist von diesem Leben,
Nicht was man lebt, nein, was man träumt!