Wie hell inzwischen auch der Wein von Cypern glichtUnd laut die Tafel seufzt von dnft'gen Lasten,
— Wer würd' cs glauben? — dennoch siehtMan Tausende der Gäste fasten!
Denn keiner darf, was er begehrtSich ans der Schüssel selber nehmen;
Er muß znm Warten sich bequemen,
Was ihm die Dienerschaft beschwert.
Und diese ist, wie sonst in manchem Hanse,
Auch hier das Uebclste beim Zauberschmanse.
Wer kennt sic nicht, die Götterchen des Glucks,
Die schelmisch mit der Hoffnung Immergrün uns krönenUnd uns Leichtgläub'ge hinterrücksMit bitterm Spott verhöhnen?
Sie flattern mit geschäft'gcr EileAm Tisch umher, die Gäste zu bedienen,
Und bringen vom Verlangten ihnenZuweilen gar das Gegcntheil.
Mit schadenfroher Lust die Lüsternen zu prellen,Erbieten ranz'gen Speck sie dem verwöhnten Gaum,Dem Dursi'gen Häring und Sardellen,
Dem Hungrigen Champagnerschaum.
Drum sitzen Alle da und fluchen oder klagenBei Vollen Tellern, leeren Magen;
Und Jeder schielt mit neidischem Verdruß
Aus seines Nachbars Thcil, den dieser wider Willen,
Den Hunger sich zu stillen
Mit herbverzognem Mund verschlucken mnß.