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An Fnise Egloff, die Dlinde *).
(Als sic mir Stiefmütterchen statt Beilchcn schickte. Rcujahrsmorgcn 1830.)
Erwgcht vvnl schönsten MorgentranmTrat ich zum lichtcrhclltcn Baum,
Da zeigte mir der Kinder KosenBei meiner Nanny MorgcnroscnZwei dünkte Veilchen? — nein, o neinStiefmüttcrlein!
O Du, des stillen Duldens Bild,
Für alle Andern engelsmild,
Du Veilchen auf der LcbcuSwiese,
Voll heil'gcr Demuth, o Luise,
Warum bist Du für mich alleinStiefmütterlein?
Doch bin ich fromm und klage nicht,
Wenn Bienchen Honig bringt und sticht.
Dein süßes Lied, die bittre Blume,
Sie sind in meinem Heiligthnme;
Und dankbar bitt' ich, bleibe meinStiefmüttcrlcin!
') Dicsc schon in früher Jugend erblindete Dichterin war die Tochterdes Herrn Egloff z»m Stadhof in Baden. Ihre lieblich-zarten Dich-tungen erschienen in Kommission bei H. R. Saucrländer in Aaran 1843.