Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
Seite
279
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Ich suchte dich.

O du Allgegenwärtiger, Verborgener!

Ich wankte mit der Forschnng FackelZn den geheimen Kammern der Natur.

Ich sah des Lebens nie gemess'nen StromDurch Thier- und Pflanzcnsinrcn brausen;

Im Essigtropfen das bewohnte Meer,

Im Grashalm eine Stadt lcbend'gcr Wesen;

Den Erdball, als ein Niesenthtcr des Himmels.

Ich sah Krystalle, aufgelöst in Duft,

Aus unsichtbarem Gas Weltmeere strömen;

Des Zitters Geist durchzuckte die GebildeMit schöpferischer Wunderkraft;

Hier !m Magnctcnzug des Eisens,

Dort in des Fisches Krampfschlag;

^lm Pol der Welt als Flammenfitttg glänzen,

Und aus der Sommcrwolke donnernd segne».

Und einsam stand ich, schaudernd,

Zuletzt an den Gestaden der Natur,

Wo sich am trägen, tvdtcn Stoffe,

Im All der Dinge, bildend und vernichtend,

Das rege Wogenspiel des Lebens bricht.

Da rief ich laut: O Gott, mein Gott, wo bist duDies todte Nichts und dies lebcnd'ge Spiel,

Das sich im cw'gen Streit verschlingt und trennt,Ist dies des Lebens nnerschaffner Urquell?Fürwahr, ein einziger GedankenblitzAns meinem Geist durch dieses ChaosIst göttlicher, als dieser blinde Sturm!

Ich schwebe ob der Elemente Tiefen,

Mir selbst bewußt, ob dem sich Unbewußten,