Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen
 

195

gewilligt habe und nur aus beweglichen und trifftigen Ursachen demOrden zum Besten in diesen schweren Zeitläuften nicht noch mehrWeiterungen im Reiche anstiften wolle, daß er auch nur deshalb nichtmit Anschuldigungen gegen den Deutschmeister austrete und ihn sei-nes Amtes entsetze, daß er sich aber Vorbehalte, nach Ordnung desOrdens und kraft seiner Obrigkeit wegen seines Ungehorsams weitergegen ihn zu verfahren. Es war nur ein Zeugniß seiner Hülflosig-kcit und Schwäche, welches er damit ablegte'). Was half es, wenner in Nürnberg in derselben Zeit einem Unterhändler des Deutsch-meisters die Weisung gab: er könne „des Gehorsams wegen keinGrübeln leiden; er könne der Session wegen fortan keine Beschwe-rung dulden, wie sie ihm bisher begegnet sei u. s. w.""). Es warenWorte ohne Kraft und Nachdruck.

Unter solchen Verhältnissen und in dieser in Deutschland wiein Preußen niedergedrückten Stellung, was blieb dem Hochmeisterendlich übrig, als daß er den für ihn schon fast ganz bedeutungs-losen Ordensmantel von sich warf, zu Luthers Lehre übertrat unddos alte Ordensland als Herzogthum zu Lehen von der Krone Polennahm. Zwar trat bald darauf der Deutschmeister öffentlich mit derErklärung auf und er mochte sie für nothwendig finden: er verwahresich gegen die Annahme, daß er an dem Schritte des abtrünnigenHochmeisters in irgend einer Weise Theil genommen oder die Ent-äußerung des Ordenslandes irgendwie gut geheißen. Allein ermochte es dennoch wohl selbst erkennen, daß seine gegen den Hoch-meister genommene Stellung bei dessen Abfall vom Orden wesentlichmitgewirkt habe.

') Der Entwurf der Protestation vom 20. Febr. 1524 im Archiv zu Kö-Mgiberg.

Verhandlung zu Nürnberg im I. 1524 im Archiv zu Königsberg.

13 *