in einem Ordenshause einer seiner Balleien eine Messe gestiftet, einePfründe gegründet, von einer frommen Wittwe ein Altar fundirt,von einem Komthur das Seelgeräth eines verstorbenen Bruders be-sorgt, zur Anstellung eines Ordcnspricstcrö an einem Altäre oderzur Unterhaltung einer ewigen Lampe in einer Kapelle der nöthigeFonds gespendet wird, der Deutschmeister dazu seine Erlanbniß undBestätigung ertheilt'). Ueberhanpt war zu allen frommen Stiftun-gen und Vermächtnissen, sie mochten von Ordensbrüdern oder vonAndern in Ordenskirchen oder zu milden Zwecken in Ordenshäuserngeschehen, die Genehmigung des Meisters nothwendig ^). Seine Aus-fertigungen darüber waren mit seinem Amtssiegel versehen, woraufaußer seinem Namen in der Umschrift, im Bilde die Mutter Gottesunter einem Thronhimmel sitzend, in der Linken das Jesuskind, inder Rechten eine Lilie haltend zu sehen war^). Um Mißbrauch zuverhüten, mußte es beim Tode oder Abgänge eines Meisters vonden Gebietigxrn dem Hochmeister zngesandt werden, auf dessen Be-fehl eS vernichtet und ein neues mit dem Namen des Nachfolgersverfertigt wurde Z. Endlich bemerken wir noch, daß dein Deutsch-meister, wenn er eS für nöthig fand, in seinen Kammer-Häusern derVerkauf eines Theils ihres BesitzthnmS an ein anderes Ordenshaus,wie es scheint, frei stand ^).
') llaegar I. 86. 9t, II. 5. 9, III. 1, wo die vom Ordensbruder Fried-rich Holzschuhcr im Ordenshause zu Nürnberg gestifteten Messen sttr die Deut-schen Herren nicht eher geltend gemacht werden konnten, als bis im I. 1400der Deutschmeister nebst seinen Ordensgebietigern in Schwaben und Franken mitBeirath des LandkomthurS sie genehmigt hatte, IV. 29. t?r o^1> erg VIII. 264.') ckaegor I. 72, II. 17, III. 30.
') So finden wir das Siegel des Deutschmeisters Konrad von Gnndelfingen1324, jedoch ohne seinen Namen. Die Legende lautet blos: 8. Ureeextorl»llllomaiüe. Im Siegel des Deutschmeisters Jost von Benningen lautet sic: 8.lockocl. äe. Venningen, xreeeptorls. rrtamanie. Zn Füßen der Maria stehenzwei Schilde, ans dem linken das Ordenskrenz, auf dem rechten zwei kreuzweiseüber einander liegende Lilien. Im Siegel Eberhards von Saunsheim fehlendiese Schilde. Die Maria ist gekrönt. Vgl. über die Siegel der Deutschmeister0° IVal I. 348. 349.
tz Bei der Meisterwahl im I. 1396 sagen die Gebietiger in ihrem Schrei-ben an den Hochmeister: Sie hätten „des Gebiets Siegel behalten, versiegeltund beschlossen in dem Trysor zu Mergentheim und nicht zum Hochmeister ge-schickt von Unfriede wegen, der leider groß in allen Landen ist."
') ckasger II. 120. ^rs^berg VIII. 130.